Aldi Schweiz schliesst zwei seiner Filialen in kurzer Zeit. Betroffen sind die Standorte am Bahnhof Baden im Aargau und im Glattzentrum in Wallisellen ZH. Die Schliessung in Baden erfolgte am 31. Januar nach fünf Jahren Betrieb. Die Filiale im Glattzentrum, die erst vor gut zwei Jahren eröffnet wurde, schliesst am 2. Februar ihre Türen. Diese Entscheidungen sind das Resultat unternehmensinterner Prüfungen.
Wichtige Punkte
- Aldi Schweiz schliesst Filialen in Baden und Wallisellen.
- Die Filiale in Baden schloss am 31. Januar, die in Wallisellen am 2. Februar.
- In Baden sucht Aldi einen Ersatzstandort, in Wallisellen ist keiner geplant.
- Die Schliessungen basieren auf Kriterien wie Frequenz, Nachfrage und Mietverhältnissen.
- Aldi-Chef Jérôme Meyer plant keine aggressive Expansion mehr, sondern Optimierung.
Filialschliessungen nach interner Prüfung
Die Schliessungen der Aldi-Filialen in Baden und Wallisellen wurden von der Medienstelle des Discounters als Ergebnis einer «sorgfältigen unternehmensinternen Prüfung» bezeichnet. Konkrete Gründe für die einzelnen Schliessungen wurden nicht genannt. Die Entscheidungen beruhen auf einer Vielzahl von Kriterien.
Dazu gehören die Frequenz der Kunden, die allgemeine Kundennachfrage, die Mietverhältnisse der Standorte und die langfristige Entwicklung des jeweiligen Standorts. Diese Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Filiale.
Faktencheck
- Baden: Filiale am Bahnhof schloss nach 5 Jahren.
- Wallisellen: Filiale im Glattzentrum schloss nach nur 2 Jahren.
- Kriterien: Frequenz, Kundennachfrage, Mietverhältnisse, Standortentwicklung.
Druck in Baden und keine Expansion in Wallisellen
Im Aargau, insbesondere in Baden, wird spekuliert, dass Aldi dem starken Konkurrenzdruck am Bahnhof nicht standhalten konnte. Im selben Bahnhofsgebäude sind neben Aldi auch Mitbewerber wie Lidl, Migros und Coop präsent. Der Wettbewerb um die Kunden ist dort besonders intensiv.
Aldi möchte jedoch in Baden präsent bleiben und sucht aktiv nach einem neuen Standort. Bislang wurde noch keine passende Alternative gefunden. Dies zeigt das Bestreben, die Kunden in der Region weiterhin bedienen zu können.
Hintergrundinformation
Der Detailhandel in der Schweiz ist hart umkämpft. Grosse Akteure wie Migros, Coop, Lidl und Aldi ringen um Marktanteile. Besonders in zentralen Lagen wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren ist der Wettbewerb um Laufkundschaft und optimale Mietkonditionen gross.
Anders stellt sich die Situation in Wallisellen dar. Für die geschlossene Filiale im Glattzentrum ist aktuell keine Ersatzfiliale in der Region geplant. Das Filialnetz von Aldi ist in der Umgebung von Wallisellen bereits dichter als in Baden.
Besucher des Glattzentrums haben nach der Schliessung noch zwei weitere Einkaufsmöglichkeiten im ähnlichen Preissegment. Die Entscheidung, hier keinen Ersatz zu suchen, deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin.
Strategische Neuausrichtung bei Aldi Schweiz
Bereits im vergangenen Oktober gab Jérôme Meyer, der Chef von Aldi Schweiz, Einblicke in die zukünftige Strategie des Unternehmens. Er betonte, dass Aldi nicht mehr aggressiv expandieren wolle. Vielmehr sei eine Obergrenze von rund 260 Filialen landesweit erreicht.
«Statt schnell zu wachsen, konzentrieren wir uns auf eine nachhaltige Expansion und Optimierung bestehender Filialen.»
Diese Aussage der Pressestelle verdeutlicht den Fokus auf die Effizienz und Rentabilität der bestehenden Standorte. Es geht darum, das Filialnetz zu optimieren und weniger profitable Standorte zu überprüfen.
Die Schliessungen in Baden und Wallisellen sind somit Teil dieser umfassenderen Strategie. Es wird investiert, um das Einkaufserlebnis in den verbleibenden Filialen zu verbessern und die Betriebsabläufe zu optimieren. Dies könnte sich auf die Produktverfügbarkeit und den Kundenservice auswirken.
Zukunft der leerstehenden Flächen
Die Frage nach der Nachnutzung der freiwerdenden Ladenflächen ist offen. Am Bahnhof Baden ist noch unklar, wer die Fläche von Aldi übernehmen wird. Ein weiterer Detailhändler scheint unwahrscheinlich, da der Markt bereits gesättigt ist.
Im Glattzentrum in Wallisellen ist die Konkurrenz im direkten Umfeld der ehemaligen Aldi-Fläche weniger stark. Die 830 Quadratmeter grosse Ladenfläche ist attraktiv. Grossverteiler Coop wird die Fläche wohl eher nicht übernehmen, da die beiden grössten Schweizer Detailhändler selten einen Shoppingtempel teilen.
Auch eine Denner-Filiale ist unwahrscheinlich, da bereits eine Migros-Tochter im Glattzentrum existiert. Das Glattzentrum äusserte sich noch nicht konkret zu einem Nachmieter. Die Mietflächen seien jedoch «sehr begehrt», und man gehe davon aus, dass die Fläche «in Kürze wieder vermietet sein wird».
Wirtschaftliche Daten
- Aldi-Fläche im Glattzentrum: 830 Quadratmeter.
- Glattzentrum gilt als eines der umsatzstärksten Einkaufszentren der Schweiz.
Möglicherweise könnte Lidl, ein weiterer Discounter, Interesse an der Fläche im umsatzstarken Glattzentrum zeigen. Solche strategischen Umzüge oder Neueröffnungen können die Wettbewerbslandschaft im Schweizer Detailhandel weiter verändern.
Die Konzentration auf die Optimierung des bestehenden Filialnetzes und die sorgfältige Auswahl neuer Standorte sind zentrale Elemente der zukünftigen Strategie von Aldi Schweiz. Dies wird voraussichtlich zu einer stärkeren Fokussierung auf die Rentabilität jeder einzelnen Filiale führen.
Ausblick auf den Detailhandel
Der Schweizer Detailhandel befindet sich in einem ständigen Wandel. Online-Handel, veränderte Konsumentenbedürfnisse und der intensive Wettbewerb zwingen die Akteure zu ständiger Anpassung. Strategische Standortentscheidungen sind dabei entscheidend für den langfristigen Erfolg.





