Die Zuckerfabrik Frauenfeld, eine von zwei Produktionsstätten der Schweizer Zucker AG, hat ihre Arbeit aufgrund eines defekten Kalkofens eingestellt. Die Verantwortlichen prüfen nun Optionen, um die Produktion wieder aufzunehmen, während der Grossteil der bereits geernteten Zuckerrüben zur Weiterverarbeitung nach Aarberg transportiert wird.
Wichtige Punkte
- Zuckerfabrik Frauenfeld steht wegen defektem Kalkofen still.
- Reparatur des Ofens wird vorerst nicht als lohnend erachtet.
- Zuckerrüben werden nach Aarberg umgeleitet.
- Zuckerverkauf und inländische Versorgung sind nicht gefährdet.
- Optionen für die zukünftige Produktion werden geprüft, inklusive Neubau.
Stillstand in Frauenfeld: Ursachen und Folgen
Seit dem 23. November steht die Zuckerfabrik Frauenfeld still. Der Grund ist ein Defekt am Kalkofen. Dieser Ofen ist essenziell für die Zuckerproduktion, da er gebrannten Kalk und Kohlendioxid (CO2) liefert. Beide Stoffe sind für die Verarbeitung der Zuckerrüben unverzichtbar.
Die Schweizer Zucker AG hat mitgeteilt, dass eine Reparatur des Ofens derzeit nicht als wirtschaftlich sinnvoll erachtet wird. Diese Entscheidung führt zu einem unbestimmten Stillstand der Anlage.
Faktencheck
- Stillstand seit: 23. November
- Ursache: Defekter Kalkofen
- Betroffene Fabrik: Eine von zwei Schweizer Zucker-Produktionsstätten
- Verarbeitete Rüben bisher: Zwei Drittel der diesjährigen Ernte
- Verbleibende Rüben: 580'000 Tonnen
Logistische Herausforderungen und Umleitungen
Um die bereits gelieferten Zuckerrüben nicht verderben zu lassen, werden diese per Bahn zur zweiten Fabrik der Schweizer Zucker AG nach Aarberg im Kanton Bern transportiert. Diese Umleitung stellt eine grosse logistische Aufgabe dar.
Die diesjährige Rübenkampagne wird sich durch diese Verzögerung voraussichtlich bis über den Januar 2026 hinaus erstrecken. Die Schweizer Zucker AG hat die Branche um Geduld gebeten, während diese aussergewöhnliche Situation bewältigt wird.
„Die Rübenkampagne wird sich durch die Verzögerung bis über den Januar 2026 hinausziehen. Wir bitten die Branche um Geduld.“
Zukunft der Produktion und Versorgungssicherheit
Trotz des Produktionsstopps in Frauenfeld versichert die Schweizer Zucker AG, dass der Zuckerverkauf und die Lieferungen an die Kunden nicht betroffen sind. Auch die inländische Zuckerproduktion sei nicht gefährdet. Dies liegt daran, dass die Fabrik in Aarberg die Kapazitäten hat, die zusätzlichen Mengen zu verarbeiten.
Die Verantwortlichen prüfen derzeit verschiedene Optionen für die Zukunft der Frauenfelder Fabrik. Dazu gehört auch der Bau eines neuen Kalkofens. Eine weitere Möglichkeit ist die dauerhafte externe Beschaffung der benötigten Betriebsstoffe wie gebrannter Kalk und CO2. Sollte dies gelingen, könnte die Fabrik zumindest reduziert wieder arbeiten.
Hintergrundinformationen
Die Schweizer Zucker AG ist der einzige Zuckerproduzent der Schweiz. Sie betreibt zwei Fabriken, eine in Frauenfeld und eine in Aarberg. Der Anbau von Zuckerrüben ist ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Landwirtschaft. Eine stabile Zuckerproduktion ist für die Versorgungssicherheit des Landes von Bedeutung.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Personal
Zu den genauen Kosten des Stillstands konnte die Schweizer Zucker AG bisher keine Angaben machen. Die finanziellen Auswirkungen dürften jedoch erheblich sein, wenn man die logistischen Aufwände und den möglichen Bau eines neuen Ofens berücksichtigt.
Erfreulicherweise sind Entlassungen oder Kurzarbeit für die Mitarbeitenden in Frauenfeld derzeit kein Thema. Dies wurde von einem Sprecher der Schweizer Zucker AG bestätigt. Das Unternehmen versucht, die Auswirkungen auf das Personal so gering wie möglich zu halten.
Herausforderungen für die Schweizer Wirtschaft
Der Vorfall in Frauenfeld zeigt, wie anfällig Produktionsketten sein können. Besonders in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, in der Deutschland eine Verschlechterung des Geschäftsklimas erlebt, sind solche Ausfälle kritisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, was auf eine wachsende Skepsis in der Wirtschaft hindeutet.
In der Schweiz sind die Herausforderungen zwar anders gelagert, aber die Notwendigkeit stabiler Produktionsbedingungen bleibt hoch. Die Suche nach externen Bezugsquellen für kritische Betriebsstoffe ist ein Beispiel dafür, wie Unternehmen auf unvorhergesehene Engpässe reagieren müssen.
- Deutsche Wirtschaft: Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 88,1 Punkte.
- Skepsis: Unternehmen sind unsicher bezüglich künftiger Reformen und Investitionen.
- Rentenreform: Debatte über steigende Kosten für künftige Bundeshaushalte.
Die Situation in Frauenfeld wird weiterhin genau beobachtet. Die schnelle Lösung des Problems und die Sicherstellung der langfristigen Produktionsfähigkeit sind entscheidend für die Schweizer Zuckerbranche.





