Die Kirchen im Kanton Zürich transformieren ihre Grünflächen zunehmend in lebendige Begegnungsorte, die nicht nur die Biodiversität fördern, sondern auch den sozialen Zusammenhalt stärken. Diese Entwicklung wird auf der diesjährigen Giardina, der grössten Gartenmesse der Region, eindrucksvoll präsentiert. Vom 11. bis 15. März zeigen die Katholische und Reformierte Kirche im Kanton Zürich in der Messe Zürich ihre vielfältigen Nachhaltigkeitsinitiativen und Gemeinschaftsgärten.
Wichtige Erkenntnisse
- Kirchliche Gärten entwickeln sich zu wichtigen Begegnungsräumen.
- Projekte fördern aktiv die Biodiversität und Nachhaltigkeit.
- Die Giardina 2024 stellt diese Initiativen einer breiten Öffentlichkeit vor.
- Gemeinsames Gärtnern schafft Kontakte zwischen verschiedenen Generationen und Kulturen.
Grüne Oasen in städtischen und ländlichen Gebieten
Die kirchlichen Gärten im Kanton Zürich sind weit mehr als nur Grünflächen. Sie sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam etwas schaffen. Diese Gärten, die von Pfarrgemeinden im gesamten Kanton initiiert wurden, sind naturnah gestaltet und für alle offen. Sie bieten einen Raum für Austausch und Erholung.
Ein herausragendes Beispiel ist die katholische Pfarrei St. Pirminius in Pfungen bei Winterthur. Hier wurde eine Fläche von rund 400 Quadratmetern in ein kleines Naherholungsgebiet umgewandelt. Roland Lehner, Liegenschaftsverwalter der Kirchgemeinde, beschreibt die Transformation: «Früher war das einfach ein Rasenstück mit Hecken drumherum.» Heute finden sich dort Sitzgelegenheiten, ein Volleyballfeld und eine Laube, die zum Verweilen einladen.
Wussten Sie schon?
Viele kirchliche Gärten haben sich von reinen Rasenflächen zu artenreichen Lebensräumen entwickelt, die Lebensqualität und ökologischen Wert steigern.Biodiversität und soziales Engagement Hand in Hand
Die Umgestaltung dieser kirchlichen Grünräume verfolgt oft ein doppeltes Ziel: die Förderung der Biodiversität und die Schaffung sozialer Treffpunkte. In Dübendorf beispielsweise hat das katholische Pfarrhaus einen ehemaligen Trockenstandort in einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere verwandelt. Solche Projekte zeigen, wie kirchliche Gemeinschaften aktiv zum Umweltschutz beitragen.
Das gemeinsame Pflanzen, Pflegen und Ernten in diesen Gärten fördert nicht nur die Natur, sondern auch die menschlichen Beziehungen. Es entstehen Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen. Diese Zusammenarbeit stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert die Integration.
«Kirchliche Gartenprojekte verbinden die Sorge um die Schöpfung mit sozialem Engagement. Sie schaffen Räume, in denen Menschen Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erleben und aktiv zum nachhaltigen Zusammenleben beitragen können.»
Vielfalt der Kirchgärten
- Klostergärten: Öffentlich zugängliche Gärten wie die des Klosters Fahr oder des Klosters Kappel bieten Ruhe und Besinnung.
- Urbane Gärten: Selbst in dicht besiedelten Gebieten entstehen grüne Oasen, wie der Dachgarten der Reformierten Kirche im Niederdorf oder der Garten der Katholischen Hochschulgemeinde aki unterhalb der Zürcher Polyterrasse.
- Gemeinschaftsgärten: Viele Pfarreien und Kirchgemeinden initiieren Gärten, die von Freiwilligen gemeinsam bewirtschaftet werden.
Die Giardina als Plattform für kirchliches Engagement
Die Giardina, die vom 11. bis 15. März in der Messe Zürich stattfindet, ist eine wichtige Plattform, um diese Initiativen sichtbar zu machen. Unter dem Leitthema «Der Baum – Die Seele des Gartens» präsentieren die Katholische und Reformierte Kirche im Kanton Zürich ihren neu konzipierten Messeauftritt in Halle 6. Besucher erhalten Einblicke in die vielfältigen Gartenprojekte und erfahren, wie sie sich selbst einbringen können.
Der Messeauftritt zielt darauf ab, kirchliches Leben als Ausdruck einer lebendigen, vielfältigen und engagierten Gemeinschaft erlebbar zu machen. Es geht darum, zu zeigen, dass Kirche mitten im Alltag präsent ist und einen konkreten Beitrag zu einem nachhaltigen Zusammenleben leistet.
Hintergrund der Giardina
Die Giardina ist die grösste Indoor-Gartenmesse Europas und ein wichtiger Treffpunkt für Gartenliebhaber, Landschaftsarchitekten und alle, die sich für Gartengestaltung und Pflanzen interessieren. Sie findet jährlich in Zürich statt.Nachhaltigkeit und Freiwilligenarbeit
Das Engagement der Kirchen im Bereich der Gärten ist eng mit den Themen Nachhaltigkeit und Freiwilligenarbeit verbunden. Viele Projekte sind auf die Mithilfe von Freiwilligen angewiesen, die ihre Zeit und ihr Wissen einbringen, um die Gärten zu pflegen und zu gestalten. Dies schafft nicht nur ein Gefühl der Zugehörigkeit, sondern auch ein starkes Netzwerk innerhalb der Gemeinden.
Die kirchlichen Gärten fördern nicht nur die ökologische Vielfalt, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit. Sie bieten Menschen die Möglichkeit, sich aktiv für ihre Umgebung einzusetzen und einen positiven Einfluss auf ihre Gemeinschaft zu nehmen. Diese Initiativen sind ein klares Zeichen dafür, dass die Kirchen in der Schweiz eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft spielen möchten.
Die Besucher der Giardina haben die Gelegenheit, sich direkt am Stand über die Projekte zu informieren und Inspiration für eigene Gartenideen zu sammeln. Es ist eine Einladung, die «Kirche zwischen Blumenbeeten, Spielplätzen und Biodiversitätsflächen» neu zu entdecken.





