Der Zoo Zürich hat den Bau der geplanten Pantanal-Voliere vorerst gestoppt. Die Zusammenarbeit mit der beauftragten Stahlbaufirma Baltensperger Stahl wurde beendet. Der Zoo begründet diesen Schritt mit erheblichen technischen, terminlichen und finanziellen Mängeln seitens des Unternehmens. Dies hat weitreichende Konsequenzen für das ambitionierte Projekt und die betroffene Firma.
Wichtige Punkte
- Zoo Zürich beendet Zusammenarbeit mit Stahlbaufirma Baltensperger Stahl.
- Projektverzögerung der Pantanal-Voliere auf unbestimmte Zeit.
- Grund sind technische, terminliche und finanzielle Mängel der Baufirma.
- 70 Mitarbeitende der Firma Baltensperger Stahl bangen um ihre Jobs.
- Der Zoo führt bereits Verhandlungen mit einem neuen Stahlbauunternehmen.
Bau der Pantanal-Voliere verzögert sich
Die Pantanal-Voliere, ein Herzstück der zukünftigen Zoo-Landschaft, sollte ab 2028 Flamingos, Papageien, Tapire und Ameisenbären beherbergen. Mit einer Höhe von 35 Metern und einer Grundfläche von anderthalb Fussballfeldern ist sie als spektakuläres Bauwerk konzipiert. Nun steht der Zeitplan infrage.
Wie der Zoo Zürich am Dienstag mitteilte, verzögert sich die Eröffnung der Voliere auf unbestimmte Zeit. Während die Hoch- und Tiefbauarbeiten nach Plan verlaufen, sind die Stahlbauarbeiten vollständig zum Erliegen gekommen. Der Zoo spricht von "schwerwiegenden Vertragsverletzungen" der Firma Baltensperger Stahl.
Fakten zur Pantanal-Voliere
- Höhe: 35 Meter
- Fläche: ca. 1,5 Fussballfelder
- Ziel: Lebensraum für Flamingos, Papageien, Tapire, Ameisenbären
- Besonderheit: Konstruktion ohne Stützpfeiler
Vorwürfe gegen Baltensperger Stahl
Der Zoo Zürich wirft dem Stahlbauunternehmen vor, die geforderten Leistungen nicht erbracht zu haben. Die Konstruktion der Voliere ist äusserst komplex: Riesige Stahlbögen tragen ein Gitternetz, und das alles ohne zusätzliche Stützpfeiler. Dies erfordert eine millimetergenaue Montage, die laut Zoo nicht gewährleistet war.
Trotz mehrfacher Fristverlängerungen und Zugeständnissen sei der Baufortschritt ungenügend geblieben. Dies führte schliesslich zur Beendigung der Zusammenarbeit. Die Suche nach einem neuen Partner für die Stahlbauarbeiten läuft bereits. Der Zoo Zürich möchte das Projekt trotz der Rückschläge fortsetzen.
"Die beteiligte Stahlbaufirma erreichte die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht."
Existenzkampf für Baufirma und 70 Angestellte
Für die in Höri ansässige Firma Baltensperger Stahl bedeutet der Auftragsentzug einen schweren Schlag. Thomas Baltensperger, der Chef des Unternehmens, äussert sich besorgt über die Zukunft. Er rechnet damit, dass der Verlust des Auftrags ein enormes Loch in die Firmenkasse reisst und das Unternehmen ohne externe Hilfe in den Ruin treiben könnte.
Besonders dramatisch ist die Situation für die 70 Angestellten, darunter sechs Lernende, die nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Verlust eines so grossen Projekts stellt für ein mittelständisches Unternehmen eine existenzielle Bedrohung dar. Die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft in Höri sind noch nicht absehbar.
Hintergrund der Verzögerung
Die Komplexität des Bauprojekts ist ein zentraler Punkt im Streit zwischen Zoo und Baufirma. Laut Thomas Baltensperger hat sich die Komplexität im Verlauf des Projekts um den Faktor zwanzig erhöht. Er sieht dies als massgeblichen Grund für die Verzögerungen und Schwierigkeiten. Der Zoo Zürich hält jedoch an seiner Darstellung fest, dass die Firma die vertraglichen Anforderungen nicht erfüllt hat.
Ausblick für das Pantanal-Projekt
Der Zoo Zürich ist entschlossen, die Pantanal-Voliere fertigzustellen. Die Verantwortlichen führen bereits Gespräche mit potenziellen neuen Stahlbaufirmen. Die Herausforderung besteht nun darin, einen Partner zu finden, der die komplexen Anforderungen der Konstruktion erfüllen kann und das Projekt zügig vorantreibt.
Die Verzögerung ist bedauerlich, da die Pantanal-Voliere ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Entwicklungsstrategie des Zoos ist. Sie soll den Besuchern ein immersives Erlebnis bieten und das Bewusstsein für die einzigartige Biodiversität des südamerikanischen Pantanals schärfen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell eine Lösung gefunden wird und wann die Besucher die neue Attraktion tatsächlich erleben können.
Konsequenzen für die Region
Der Vorfall wirft ein Licht auf die Herausforderungen bei grossen Infrastrukturprojekten, insbesondere wenn es um technisch anspruchsvolle Konstruktionen geht. Die lokale Wirtschaft in Höri könnte durch die Schwierigkeiten von Baltensperger Stahl betroffen sein. Es ist eine ernste Situation für die Mitarbeitenden und ihre Familien.
Der Zoo Zürich, als wichtige Freizeiteinrichtung und Arbeitgeber, steht unter Druck, das Projekt erfolgreich abzuschliessen. Die genauen finanziellen Auswirkungen des Auftragsentzugs und der Neuvergabe sind noch nicht bekannt, dürften aber erheblich sein.





