Im Kanton Zürich müssen Haushalte ihre Sonderabfälle fachgerecht entsorgen. Dafür gibt es spezielle Sammelaktionen und Annahmestellen. Eine korrekte Entsorgung schützt die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Jährlich werden so giftige Stoffe sicher verwahrt.
Wichtige Punkte
- Kostenlose Abgabe von bis zu 20 kg Sonderabfall pro Haushalt und Jahr.
- Sonderabfallmobile fahren regelmässig durch die Gemeinden.
- Medikamente, Farben, Chemikalien und weitere Stoffe gelten als Sonderabfall.
- Falsche Entsorgung kann hohe Kosten und Umweltschäden verursachen.
Was zählt als Sonderabfall im Haushalt?
Viele Produkte des täglichen Gebrauchs enthalten Substanzen, die für Mensch und Umwelt schädlich sein können. Dazu gehören beispielsweise Farben, Lacke und Klebstoffe, die oft in Heimwerkerprojekten verwendet werden. Auch Putzmittel wie Säuren, Laugen, Entkalker und Abflussreiniger fallen unter diese Kategorie.
Lösungsmittel wie Pinselreiniger, Verdünner und Brennsprit sind ebenfalls als Sonderabfall zu behandeln. Medikamente, Quecksilber und Quecksilberthermometer gehören nicht in den normalen Hausmüll. Produkte für den Garten- und Holzschutz, Schädlingsbekämpfungsmittel, Unkrautvertilger und Dünger sind ebenfalls gefährlich.
Allgemeine Chemikalien, Gifte und Javel-Wasser müssen ebenfalls speziell entsorgt werden. Auch Spraydosen und Druckgaspatronen stellen ein Risiko dar. Unbekannte Stoffe oder solche mit einem Gefahrensymbol müssen ebenfalls als Sonderabfall behandelt werden. Eine unsachgemässe Entsorgung dieser Materialien kann schwerwiegende Folgen haben.
Wie entsorgt man Sonderabfall richtig?
Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich organisiert regelmässig Sammelaktionen. Das sogenannte Sonderabfallmobil besucht mindestens einmal jährlich jede Gemeinde. Zusätzlich fährt es mindestens jedes Vierteljahr in einer Nachbargemeinde vorbei, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten. Diese Aktionen sind für Haushalte kostenlos.
Wichtige Zahlen
- 20 Kilogramm: Maximale Abgabemenge pro Haushalt und Jahr bei Sammelaktionen.
- Einmal jährlich: Mindestfrequenz des Sonderabfallmobils pro Gemeinde.
- Vierteljährlich: Frequenz in Nachbargemeinden.
Es ist wichtig, dass die Abgabe auf maximal 20 Kilogramm pro Abgeber und Jahr begrenzt ist. Grössere Mengen oder Abfälle von Gewerbebetrieben müssen über spezialisierte Entsorgungsfirmen entsorgt werden. Eine solche Firma ist zum Beispiel die TUDOR DIALOG GmbH in Gossau ZH.
Sammelstellen und Spezialfirmen
Neben den mobilen Sammelaktionen gibt es auch feste Annahmestellen. Apotheken nehmen beispielsweise alte Medikamente entgegen. Viele Verkaufsstellen, die Sonderabfallprodukte führen, sind auch zur Rücknahme verpflichtet. Es ist ratsam, sich direkt bei der Gemeinde oder den Verkaufsstellen zu informieren.
«Die korrekte Entsorgung von Sonderabfällen ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Sicherheit unserer Gemeinden. Jeder Einzelne kann hier einen Unterschied machen.»
Für grössere Mengen oder gewerbliche Sonderabfälle ist die Zusammenarbeit mit spezialisierten Entsorgungsunternehmen unerlässlich. Diese Firmen verfügen über das nötige Know-how und die Infrastruktur, um gefährliche Stoffe sicher zu behandeln und zu verwerten oder zu entsorgen.
Gefahren der unsachgemässen Entsorgung
Wird Sonderabfall unsachgemäss entsorgt, können weitreichende Schäden entstehen. Chemikalien, die ins Abwasser gelangen, belasten Kläranlagen und verschmutzen Gewässer. Dies gefährdet Fische und andere Wasserlebewesen. Auch das Trinkwasser kann kontaminiert werden.
Im Hausmüll können gefährliche Stoffe bei der Verbrennung giftige Gase freisetzen. Dies schadet der Luftqualität und kann die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Batterien oder Spraydosen können in Kehrichtverbrennungsanlagen sogar Explosionen verursachen und so die Sicherheit des Personals gefährden.
Pflanzen- und Holzschutzmittel, die in der Natur entsorgt werden, können Böden vergiften und über die Nahrungskette in Tiere und Menschen gelangen. Dies führt zu langfristigen Gesundheitsschäden. Es ist daher entscheidend, die Entsorgungsvorschriften genau zu befolgen.
Hintergrundinformationen
Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) im Kanton Zürich ist für die Überwachung und Koordination der Abfallentsorgung zuständig. Es stellt sicher, dass die kantonalen und nationalen Vorschriften eingehalten werden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für eine korrekte Abfalltrennung und Entsorgung ist ein zentrales Anliegen des AWEL.
Die Schweiz hat strenge Umweltauflagen. Eine fachgerechte Entsorgung von Sonderabfällen ist ein Pfeiler dieser Umweltschutzstrategie. Es geht darum, Ressourcen zu schonen und Schadstoffe aus dem Kreislauf zu halten. Dies sichert eine hohe Lebensqualität für zukünftige Generationen.
Prävention und Verantwortung
Der beste Weg, mit Sonderabfällen umzugehen, ist, ihre Entstehung zu minimieren. Beim Einkauf sollten Konsumenten umweltfreundlichere Alternativen bevorzugen. Produkte mit Gefahrensymbolen sollten nur bei Bedarf und in kleinen Mengen gekauft werden. Eine gute Planung hilft, Reste zu vermeiden.
Umgang mit Restmengen: Falls doch Reste anfallen, sollten diese sicher und originalverpackt aufbewahrt werden, bis eine Entsorgung möglich ist. Niemals sollten verschiedene Substanzen gemischt werden, da dies gefährliche Reaktionen auslösen kann. Eine klare Kennzeichnung der Behälter ist ebenfalls wichtig.
Jeder Haushalt trägt eine Verantwortung für die Umwelt. Die aktive Teilnahme an den Sammelaktionen und die Nutzung der richtigen Entsorgungswege sind einfache, aber effektive Massnahmen. So leisten alle einen Beitrag zum Schutz unserer Natur und unserer Gesundheit.





