Die Wirtschaft Ziegelhütte in Zürich-Schwamendingen feiert ihr 15-jähriges Bestehen unter der Leitung eines Teams, das es geschafft hat, den traditionellen Charme einer Quartierbeiz zu bewahren und gleichzeitig Gäste aus der ganzen Stadt anzuziehen. Gelegen in einem oft unterschätzten Stadtteil, bietet das Gasthaus eine einzigartige Mischung aus bodenständiger Küche, vielfältigen Räumlichkeiten und einer entspannten Atmosphäre, die es von den hippen Lokalen der Innenstadt abhebt.
Wichtige Punkte
- Die Wirtschaft Ziegelhütte wird seit 15 Jahren erfolgreich vom Team um Stefan Tamò geführt.
- Sie hat ihren traditionellen Quartierbeiz-Charme bewahrt, zieht aber auch Gäste von ausserhalb an.
- Das Gasthaus bietet vielfältige Räumlichkeiten, darunter einen historischen Esssaal, einen grossen Biergarten und eine Kegelbahn.
- Die Küche legt Wert auf sorgfältig zubereitete, währschafte Speisen mit regionalen Produkten, wo immer möglich.
- Schwamendingen, das oft als Vorstadtklischee belächelt wird, erlebt einen Aufschwung als Wohnquartier.
Ein Juwel in Schwamendingen
Schwamendingen, oft als das 'Zwölfi' bezeichnet und manchmal mit Vorstadtklischees belegt, ist in den letzten Jahren zu einem begehrten Wohnquartier avanciert. Trotz dieses Booms bleibt es ein Gegenpol zu den schnelllebigen Trends der Zürcher Innenstadt. Mitten in dieser Entwicklung befindet sich die Wirtschaft Ziegelhütte, ein Gasthaus, das seit 15 Jahren von Stefan Tamò und seinem Team betrieben wird.
Tamò, bekannt für seine Rolle in der Zürcher Trendgastronomie der Neunzigerjahre, kehrte mit der Übernahme der Ziegelhütte in das Quartier seiner Kindheit zurück. Entgegen mancher Erwartungen, das Lokal könnte zu einem hippen Treffpunkt werden, hat es seinen ursprünglichen Charakter als gemütliche Quartierbeiz beibehalten. Dies ist ein entscheidender Faktor für seinen anhaltenden Erfolg.
Wussten Sie schon?
Die Wirtschaft Ziegelhütte ist im Besitz der Stadt Zürich und wird seit 15 Jahren verpachtet. Sie verbindet somit städtisches Erbe mit privatem Engagement und kulinarischer Tradition.
Vielfalt unter einem Dach
Die Ziegelhütte überrascht mit einer erstaunlichen Vielfalt an Räumlichkeiten, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Im ersten Stock befindet sich ein Esssaal, der an eine elegante Wohnstube der Sechzigerjahre erinnert und Platz für bis zu siebzig Gäste bietet. Dieser Raum kann auch als Seminarraum gemietet werden, zu fairen Konditionen: Ein ganzer Tag für Gruppen ab sechs Personen kostet rund 100 Franken pro Kopf, inklusive Verpflegung.
Im Freien lockt einer der schönsten Biergärten der Stadt, komplett mit Trinkhalle und einem Spielplatz für Kinder. Hier wurden bereits zahlreiche Hochzeiten gefeiert. Für die Erwachsenen gibt es drinnen eine Kegelbahn, die auch als Party- und Konzertlokal dient. Die «Burestube», seit etwa 150 Jahren in Betrieb, lädt zum Essen und Bechern ein.
"Das Wirtshaus hat sich seinen Charme als Quartierbeiz bewahrt, wenngleich vermehrt auch Gäste aus anderen Stadtkreisen hierher pilgern."
Das Herzstück: Die Beiz
Das eigentliche Herzstück der Wirtschaft Ziegelhütte ist die ganztägig geöffnete «Beiz» mit achtzig Plätzen. Sie ist in zwei Hälften unterteilt, was der Akustik zugutekommt und eine angenehme Atmosphäre schafft. Hier trifft man auf Markus Duner, den Gastgeber und Mitinhaber, der bereits seit den Tagen des "Primitivo" ein Weggefährte von Stefan Tamò ist. Duner, der letztes Jahr zum Team stiess, begleitet die Gäste souverän und sympathisch durch den Abend.
Die Küche der Ziegelhütte steht für währschafte Kost, die mit Sorgfalt zubereitet wird. Während unseres Besuchs endeten gerade die Wildwochen, und die Wildteller mit fluffigen Spätzli, Rotkohl und allem Drum und Dran ernteten durchweg Lob. Auch ein Klassiker des Hauses, das Côte de Bœuf vom Grill (15 Franken pro 100 Gramm), serviert auf einem Holzbrettchen zum Teilen ab zwei Personen, überzeugt mit seinem knusprigen Fettrand.
Regionale Verbundenheit
Obwohl Schwamendingen oft als Aussenquartier betrachtet wird, zeigt die Ziegelhütte, wie lokale Betriebe eine Brücke zwischen traditioneller Gastfreundschaft und moderner Nachfrage schlagen können, indem sie auf Qualität und Authentizität setzen.
Kulinarische Akzente und Transparenz
Besonders empfehlenswert sind die doppelt in Rinderfett frittierten "Ziegelhütte fries" für 8 Franken. Den herbstlichen Abschluss bildete ein Trifle aus kleinen, echten Heidelbeeren vom Gotthard, Crème double und Meringues für 13 Franken. Die Speisekarte ist vernünftig überschaubar gehalten, und die meisten Hauptgerichte sind auch als kleinere Portion mit Preisabschlag erhältlich.
Die Transparenz bei der Herkunft der Produkte ist bemerkenswert. Auf Nachfrage erklärte Markus Duner offen, dass die Steinpilze ausnahmsweise aus Südafrika stammten, da an diesem Tag keine anderen in gewünschter Qualität erhältlich waren. Dies zeigt ein ehrliches Bekenntnis zu Qualität und Offenheit. Gleichzeitig werden Gemüse im hauseigenen Garten gezogen und das Fleisch für die Wildwochen stammt aus den Bündner Bergen.
Warme Gerichte wie die Chässchnitte (23 Franken) oder das Züri-Gschnätzlete mit Rösti (44 Franken) werden den ganzen Tag über serviert. Dies macht die Ziegelhütte zu einem Ort, der für fast alle Gelegenheiten und zu jeder Jahreszeit passt. Sie ist eine Adresse, die beweist, dass gute Gastronomie nicht immer "hip" sein muss, um erfolgreich zu sein und die Menschen zu begeistern.
Adresse und Öffnungszeiten
- Wirtschaft Ziegelhütte
- Hüttenkopfstrasse 70, 8051 Zürich
- Telefon: 044 322 40 03
- Montags geschlossen





