Der Güggeli-Express, eine bekannte Institution in Zürich und Umgebung für gegrillte Poulets, hat seinen Betrieb eingestellt. Das Familienunternehmen, das seit 1998 an bis zu 72 Standorten tätig war, befindet sich nun in Liquidation. Diese Entwicklung überrascht viele Stammkunden, die das «Original» seit Jahrzehnten schätzten.
Wichtige Punkte
- Der Güggeli-Express hat seinen Betrieb nach über 25 Jahren eingestellt.
- Das Unternehmen ist seit dem 29. Januar offiziell in Konkurs.
- Die mobile Grillflotte bediente bis zu 72 Standorte in Zürich und angrenzenden Kantonen.
- In besten Zeiten erzielte der Güggeli-Express Millionenumsätze.
- 34 Mitarbeitende waren fest oder im Stundenlohn beschäftigt.
Das Ende einer Zürcher Institution
Seit 1998 war der Güggeli-Express ein fester Bestandteil des Zürcher Stadtbildes. Sechsmal pro Woche rollten die charakteristischen Grillwagen an ihre festen Standplätze. Ob an Bahnhöfen, vor Postfilialen oder Einkaufsläden – die halben und ganzen Poulets vom Spiess waren für viele ein beliebter Imbiss. Nun ist diese Ära abrupt zu Ende gegangen.
Die Nachricht vom Konkurs verbreitete sich schnell. Am Donnerstag, dem 6. Februar, blieben die Grillwagen des Güggeli-Express in Tagelswangen ZH und an anderen Orten aus. Eine Mitarbeiterin bestätigte auf Anfrage, dass nach einer Krisensitzung am Mittwoch alle Aktivitäten gestoppt wurden. Das Obergericht des Kantons Zürich wies am 29. Januar eine Beschwerde gegen das ursprüngliche Konkursurteil ab. Damit wurde der Konkurs neu eröffnet und besiegelt.
Fakten zum Güggeli-Express
- Gründungsjahr: 1998
- Anzahl Standorte: Bis zu 72 im Kanton Zürich und angrenzenden Gebieten
- Fahrzeugflotte: 14 Grillfahrzeuge
- Mitarbeitende: 34 (festangestellt oder im Stundenlohn)
- Produkte: Gegrillte Poulets (halb/ganz), Pouletschenkel, Schweins-Haxen, Party-Service mit Hamburgern, Würsten und Pommes frites
Vom Familienbetrieb zum Konkurs
Der Güggeli-Express war ein Familienunternehmen in zweiter Generation. Es bewarb sich selbstbewusst als «Das Original». Diese Positionierung unterstrich die lange Tradition und die Beliebtheit bei der Kundschaft. Die Grillwagen waren in einem weiten Gebiet präsent, von Affoltern bis Würenlos, von Bonstetten bis Zürich.
Die Website des Unternehmens zeigte bis zuletzt die Standorte für den aktuellen Tag an, jedoch mit dem Vermerk «geschlossen» bei jedem Eintrag. Dies war ein klares Zeichen für das Ende des Betriebs. Trotz Anfragen seitens der Medien blieb das Unternehmen bis Montagmittag stumm.
«Es ist sehr schade, dass diese Art von Geschäften verschwindet. Aber in der teuersten Stadt der Welt hat so etwas Einfaches natürlich keinen Platz mehr.»
Millionenumsätze und breites Angebot
In einem Bericht aus dem Jahr 2019 gab die Firma an, über eine Flotte von 14 Grillfahrzeugen zu verfügen. Sie beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 34 langjährige Mitarbeitende, sowohl festangestellt als auch im Stundenlohn. Diese Zahlen zeugen von der Grösse und dem Erfolg des Unternehmens über viele Jahre.
Vor etwa zehn Jahren schrieb der «Tages-Anzeiger», dass der Güggeli-Express damals Millionenumsätze erzielte. Dies zeigt, welch wirtschaftliche Bedeutung das Unternehmen in der Region hatte. Neben den klassischen Grillpoulets bot der Güggeli-Express auch ein erweitertes Angebot als Party-Service an. Hierzu gehörten Hamburger, Würste und Pommes frites, was die Vielseitigkeit des Angebots unterstrich.
Hintergrund der Konkurse
Konkurse von Traditionsbetrieben sind in der aktuellen Wirtschaftslandschaft keine Seltenheit. Steigende Betriebskosten, erhöhter Wettbewerb und veränderte Konsumgewohnheiten können auch etablierte Unternehmen in Schwierigkeiten bringen. Besonders mobile Gastronomiebetriebe sehen sich mit Herausforderungen wie gestiegenen Treibstoffpreisen und Personalkosten konfrontiert.
Reaktionen der Kundschaft
Die Nachricht vom Konkurs löste bei vielen Menschen Bedauern aus. Für zahlreiche Zürcher war der Güggeli-Express mehr als nur ein Imbissstand; er war ein Stück Alltagskultur. Kommentare in sozialen Medien und Leserbriefen zeugen von der Wertschätzung für das Unternehmen und seine Produkte.
Viele Kunden erinnerten sich an die Qualität der Poulets und die praktische Verfügbarkeit an den vielen Standorten. Für sie war der Güggeli-Express eine verlässliche Quelle für ein schnelles, schmackhaftes Essen. Das plötzliche Verschwinden hinterlässt eine Lücke in der lokalen Gastronomielandschaft.
Was bleibt vom Güggeli-Express?
Mit dem Ende des Güggeli-Express geht ein Stück Zürcher Geschichte verloren. Die charakteristischen Grillwagen und der Duft der frisch gegrillten Poulets werden vielen fehlen. Es bleibt abzuwarten, ob ein ähnliches Konzept in Zukunft die Lücke füllen kann, die das «Original» nun hinterlässt. Die Erinnerung an die Institution wird jedoch bestehen bleiben.
Das Beispiel des Güggeli-Express zeigt, dass selbst etablierte Unternehmen mit einer treuen Stammkundschaft in der heutigen Zeit vor grossen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen können. Der Konkurs ist ein deutliches Zeichen für die Dynamik und die Härte des Marktes, insbesondere in der Gastronomiebranche.





