In Dietlikon, einer Gemeinde im Kanton Zürich, ist ein Kunstwerk des bekannten Bildhauers Jürg Altherr verschwunden. Der Steinbrunnen, der jahrelang vor einer Migros-Filiale stand, wurde ohne Ankündigung entfernt. Das Verschwinden wirft Fragen auf und beleuchtet das Schicksal öffentlicher Kunst im urbanen Raum.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Brunnen von Jürg Altherr wurde aus Dietlikon entfernt.
- Das Kunstwerk stand jahrelang vor einer Migros-Filiale.
- Es war oft defekt und von Unkraut überwuchert.
- Der Verbleib des Brunnens ist unklar.
- Das Ereignis wirft Fragen zum Umgang mit öffentlicher Kunst auf.
Ein Kunstwerk im urbanen Alltag
Der Steinbrunnen von Jürg Altherr war über lange Zeit ein fester Bestandteil des Strassenbildes in Dietlikon. Er befand sich direkt vor dem Eingangsbereich einer Migros-Filiale. Obwohl er als Kunstwerk konzipiert war, erfüllte er im Alltag oft eine andere Rolle. Kinder kletterten darauf, und am Wochenende diente er Jugendlichen auf dem Weg zum Bahnhof als Ablage für leere Chipstüten und zerknüllte Bierdosen.
Seine ursprüngliche Funktion als Brunnen konnte das Werk in den letzten Jahren nur selten erfüllen. Berichte zeugen davon, dass der Brunnen häufig defekt war und sich in einem vernachlässigten Zustand befand. Unkraut überwucherte Teile der Installation, was dem Gesamteindruck nicht zuträglich war.
Faktencheck: Jürg Altherr
- Geboren: 1944 in Basel
- Beruf: Bildhauer und Zeichner
- Bekannt für: Skulpturen im öffentlichen Raum, oft aus Stein oder Holz. Seine Werke zeichnen sich durch klare Formen und eine Auseinandersetzung mit Raum und Material aus.
- Auszeichnungen: Zahlreiche Preise für sein künstlerisches Schaffen.
Das mysteriöse Verschwinden
Das Verschwinden des Brunnens erfolgte ohne öffentliche Ankündigung. Anwohner und Passanten bemerkten eines Tages, dass die Installation nicht mehr an ihrem gewohnten Platz stand. Dies führte zu Verwirrung und Spekulationen über den Grund der Entfernung und den aktuellen Verbleib des Kunstwerks.
Die Migros, als Eigentümerin des Geländes, hat sich bisher nicht öffentlich zum Vorfall geäussert. Es bleibt unklar, ob der Brunnen restauriert, eingelagert oder gar endgültig entfernt wurde. Die Intransparenz in dieser Angelegenheit stösst bei einigen Bürgern auf Unverständnis.
Herausforderungen für öffentliche Kunst
Der Fall des Altherr-Brunnens beleuchtet die allgemeinen Herausforderungen, denen Kunstwerke im öffentlichen Raum oft begegnen. Sie sind Witterungseinflüssen ausgesetzt, können Vandalismus zum Opfer fallen und erfordern regelmässige Pflege und Instandhaltung. Fehlen diese Massnahmen, können Kunstwerke schnell ihren Glanz verlieren und als Störfaktor wahrgenommen werden.
Die Integration von Kunst in den Alltag ist ein wichtiges Element der Stadtentwicklung. Doch die Praxis zeigt, dass die Pflege und der Schutz dieser Werke eine kontinuierliche Anstrengung erfordert. Oftmals fehlt es an klaren Zuständigkeiten oder finanziellen Mitteln, um den Erhalt sicherzustellen.
"Öffentliche Kunst bereichert unseren Alltag, aber sie braucht auch unsere Aufmerksamkeit und Pflege. Wenn ein Kunstwerk jahrelang vernachlässigt wird, ist sein Verschwinden oft nur eine Frage der Zeit."
Reaktionen und offene Fragen
In der lokalen Gemeinschaft haben sich verschiedene Meinungen zum Verschwinden des Brunnens gebildet. Einige bedauern den Verlust eines vertrauten Elements im Stadtbild, während andere die Entfernung eines defekten und unansehnlichen Objekts begrüssten. Es gibt jedoch einen breiten Konsens darüber, dass mehr Transparenz wünschenswert gewesen wäre.
Die Frage nach dem Verbleib des Brunnens bleibt offen. Ist er in einem Lager, wird er restauriert oder ist er unwiederbringlich verloren? Eine offizielle Stellungnahme vonseiten der Migros oder der Gemeinde könnte hier Klarheit schaffen und die Diskussion versachlichen.
Hintergrund: Kunst im öffentlichen Raum
Kunst im öffentlichen Raum soll das Stadtbild beleben, Identität stiften und zur kulturellen Bildung beitragen. Sie ist frei zugänglich und interagiert direkt mit den Bewohnern und Besuchern. Die Finanzierung und Pflege solcher Werke erfolgt oft durch Gemeinden, private Stiftungen oder in Zusammenarbeit mit Unternehmen.
Die Auswahl der Kunstwerke und deren Standorte sind Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Es geht darum, eine Balance zwischen künstlerischem Anspruch, Funktionalität und den Bedürfnissen der Gemeinschaft zu finden.
Zukunft der Kunst in Dietlikon
Der Fall des Altherr-Brunnens könnte Anlass sein, den Umgang mit öffentlicher Kunst in Dietlikon neu zu überdenken. Eine klare Strategie für die Auswahl, Installation und vor allem die langfristige Pflege von Kunstwerken im öffentlichen Raum ist entscheidend. Dies beinhaltet auch die Kommunikation mit der Bevölkerung über Veränderungen und Projekte.
Es ist wichtig, dass Kunstwerke nicht nur aufgestellt, sondern auch als Teil des kulturellen Erbes der Gemeinde verstanden und entsprechend behandelt werden. Nur so kann ihre Wirkung langfristig erhalten bleiben und die Lebensqualität in der Gemeinde steigern.
Die Winterthur Zeitung wird die Entwicklung weiter verfolgen und versuchen, Licht in das mysteriöse Verschwinden des Brunnens von Jürg Altherr zu bringen. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit einem Teil ihres öffentlichen Raumes geschehen ist.





