Die SBB erhält grünes Licht für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Zürich und Winterthur auf vier Spuren. Das Bundesverwaltungsgericht hat alle Beschwerden gegen das Grossprojekt abgewiesen. Damit kann eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der Schweiz in die nächste Phase gehen. Die Strecke gilt als zentraler Engpass im Schweizer Bahnnetz.
Wichtigste Punkte
- Bundesverwaltungsgericht genehmigt Mehrspurausbau Zürich-Winterthur.
- Die Strecke ist eine der meistbefahrenen der Schweiz und ein nationales Nadelöhr.
- Das Projekt kostet rund 3,3 Milliarden Franken.
- Geplante Fertigstellung und Inbetriebnahme ab Mitte der 2030er-Jahre.
- Mehr Kapazität für Fernverkehr und Zürcher S-Bahn.
Entscheidendes Grünes Licht für Jahrhundertprojekt
Nach jahrelanger Planung ist der Weg für den Ausbau der Bahnstrecke Zürich-Winterthur frei. Das Bundesverwaltungsgericht hat die letzten Beschwerden gegen die Plangenehmigung des Projekts abgewiesen. Dieser Entscheid markiert einen entscheidenden Fortschritt für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Es ermöglicht ihnen, die Detailplanung und die Bauarbeiten für dieses ambitionierte Vorhaben zu starten.
Die Verbindung zwischen Zürich und Winterthur zählt zu den am stärksten frequentierten Bahnstrecken des Landes. Sie hat sich in den letzten Jahren zu einem erheblichen Engpass im nationalen Bahnverkehr entwickelt. Pendler und Reisende spüren die Auswirkungen dieser Überlastung täglich.
Faktencheck: Streckenausbau
- Kosten: Rund 3,3 Milliarden Franken (±10% Kostengenauigkeit).
- Finanzierung: Über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes.
- Bauzeit: Etwa zehn Jahre.
- Inbetriebnahme: Ab Mitte der 2030er-Jahre.
Das Herzstück: Der Brüttenertunnel und Bahnhofsumbauten
Das Kernstück des Projekts ist der Bau einer neuen Doppelspur durch den Brüttenertunnel. Dies wird die Kapazität auf dieser wichtigen Achse erheblich steigern. Darüber hinaus umfasst das Vorhaben umfassende Anpassungen an mehreren Bahnhöfen entlang der Strecke.
Die Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss werden modernisiert und erweitert. Diese Umbauten sind entscheidend, um den gestiegenen Anforderungen an den Personen- und Güterverkehr gerecht zu werden. Zusätzliche Anpassungen an der gesamten Bahninfrastruktur sind ebenfalls geplant, um einen reibungslosen Betrieb der vier Spuren zu gewährleisten.
Mehr Kapazität für Fern- und Regionalverkehr
Der Ausbau ist eine grundlegende Voraussetzung für eine deutliche Erhöhung der Kapazitäten. Zukünftig können zwischen Zürich und Winterthur mehr Fernverkehrszüge verkehren. Dies entlastet die bestehenden Verbindungen und bietet Reisenden mehr Flexibilität und Komfort.
Gleichzeitig spielt das Projekt eine zentrale Rolle für den weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn. In Kombination mit der Erweiterung des Bahnhofs Zürich Stadelhofen soll im Kernnetz ein Viertelstundentakt als neuer Grundtakt eingeführt werden. Dies verbessert die Anbindung und Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der gesamten Region Zürich.
Hintergrund: Die Bedeutung der Strecke
Die Bahnstrecke Zürich-Winterthur ist eine Lebensader für das Schweizer Mittelland. Sie verbindet zwei der wichtigsten Städte des Kantons Zürich und dient als zentrale Achse für Pendler, Geschäftsreisende und den Güterverkehr. Ihre hohe Auslastung führte in der Vergangenheit immer wieder zu Verspätungen und Einschränkungen im Betriebsablauf. Der Ausbau ist daher von nationaler Bedeutung für die Stabilität und Effizienz des Schweizer Bahnnetzes.
Zeitplan und nächste Schritte
Die SBB kann nun das definitive Bauprogramm festlegen. Die ersten Vorarbeiten sind für Anfang 2026 geplant. Diese umfassen unter anderem Arbeiten an Boden und Gehölz sowie Anpassungen an der Bahntechnik. Die Bauzeit wird sich über rund zehn Jahre erstrecken, was die Komplexität des Vorhabens unterstreicht.
„Dieser Entscheid gibt uns die notwendige Planungssicherheit für eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der kommenden Jahre“, erklärte ein SBB-Sprecher. „Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte einzuleiten und die Anwohner detailliert zu informieren.“
Die Inbetriebnahme des erweiterten Angebots ist ab Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen. Die Bevölkerung und die Wirtschaft der Region dürfen sich auf eine deutliche Verbesserung der Bahnverbindungen freuen. Die Investition von rund 3,3 Milliarden Franken aus dem Bahninfrastrukturfonds des Bundes unterstreicht die Wichtigkeit dieses Projekts für die zukünftige Mobilität in der Schweiz.
Auswirkungen auf die Region
Der Ausbau wird nicht nur die Reisezeiten verkürzen und die Pünktlichkeit verbessern, sondern auch positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Eine effizientere Bahninfrastruktur fördert die Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene, was zu einer Reduzierung von Emissionen beiträgt. Dies ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der Schweizer Klimaziele.
Die Modernisierung der Bahnhöfe wird zudem die Aufenthaltsqualität für Reisende erhöhen. Bessere Zugänge, modernere Wartebereiche und optimierte Anschlüsse sind Teil der geplanten Verbesserungen. Die SBB wird in den kommenden Monaten die betroffenen Anwohnenden detailliert über die Bauphasen und mögliche Einschränkungen informieren. Transparenz und Kommunikation sind dabei von zentraler Bedeutung.
Ein Blick in die Zukunft der Schweizer Mobilität
Das Projekt Mehrspur Zürich–Winterthur ist ein klares Bekenntnis zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz. Es zeigt, dass der Bund und die SBB bereit sind, erhebliche Investitionen zu tätigen, um die Mobilität der Zukunft zu sichern. Die Schaffung eines Viertelstundentakts im Kernnetz der Zürcher S-Bahn ist ein Meilenstein für den Agglomerationsverkehr.
Langfristig trägt dieser Ausbau dazu bei, die Schweiz als attraktiven Wirtschaftsstandort zu stärken und die Lebensqualität für Millionen von Menschen zu verbessern. Die reibungslose Anbindung der Regionen ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg des Landes. Die nun erfolgte gerichtliche Genehmigung ist ein starkes Signal für die Realisierung dieser Vision.





