Die bekannten rot-weissen Grillwagen des Güggeli-Express, die fast drei Jahrzehnte lang zum Zürcher Strassenbild gehörten, stehen still. Das Unternehmen ist konkurs, über 30 Mitarbeitende haben ihre Stelle verloren. Inhaberin Karin Suter kämpft trotz hoher Schulden um eine zweite Chance für den Traditionsbetrieb.
Das Wichtigste in Kürze
- Der bekannte Zürcher Imbissbetrieb Güggeli-Express hat Konkurs angemeldet.
- Die Überschuldung beläuft sich auf rund 1,14 Millionen Franken.
- Mehr als 30 Angestellte sind von der Schliessung betroffen und haben ihre Arbeit verloren.
- Inhaberin Karin Suter sucht nach Investoren, um den Betrieb zu retten und schliesst ein Crowdfunding nicht aus.
Das abrupte Ende einer Zürcher Institution
Wer in den letzten Wochen nach den charakteristischen Grillwagen mit dem grossen Brathähnchen auf dem Dach Ausschau hielt, wurde enttäuscht. Die Flotte des Güggeli-Express steht ungenutzt auf einem Areal in Bassersdorf. Der Duft von grillierten Hähnchen, der seit 1998 an unzähligen Standorten im Kanton Zürich präsent war, ist verflogen.
Für viele Zürcherinnen und Zürcher war der Güggeli-Express mehr als nur ein Imbiss. Er war ein fester Bestandteil des Alltags, eine verlässliche Anlaufstelle für ein schnelles Mittag- oder Abendessen. Nun ist der Betrieb zahlungsunfähig, und eine Ära scheint zu Ende zu gehen.
Eine lange Tradition
Seit seiner Gründung im Jahr 1998 entwickelte sich der Güggeli-Express zu einem festen Wert in der Zürcher Gastronomieszene. In seinen besten Zeiten bediente das Unternehmen mit seinen mobilen Grills bis zu 72 Standorte im ganzen Kanton und erzielte Umsätze in Millionenhöhe. Die rot-weissen Wagen waren ein vertrauter Anblick.
Finanzielle Schieflage führte zum Konkurs
Hinter den Kulissen hatte sich die finanzielle Lage des Unternehmens dramatisch zugespitzt. Wie aus den Unterlagen des Konkursverfahrens hervorgeht, stand einer Überschuldung von rund 1,14 Millionen Franken nur noch ein geringer Betrag auf dem Firmenkonto gegenüber.
Die Situation war so prekär, dass Löhne für die Mitarbeitenden nicht mehr bezahlt werden konnten. Es sollen sich Lohnforderungen in der Höhe von mehreren Zehntausend Franken angehäuft haben. Eine beauftragte Treuhänderin sah schliesslich keine andere Möglichkeit mehr, als den Konkurs anzumelden.
Die Zahlen zur Krise
- Überschuldung: ca. 1,14 Millionen Franken
- Mitarbeitende: Über 30 Personen verloren ihren Job
- Firmenkonto: Nur noch ein mittlerer vierstelliger Betrag vorhanden
Ein persönlicher Schicksalsschlag als Wendepunkt
Für Inhaberin Karin Suter, die den Betrieb 2022 von ihrem Vater übernommen hatte, ist der Zusammenbruch ein persönlicher Albtraum. Sie berichtet von schlaflosen Nächten und der grossen Belastung, die die Situation mit sich bringt.
"Ich habe schlaflose Nächte", so Karin Suter über die schwierige Zeit.
Als einen entscheidenden Wendepunkt nennt sie einen schweren Arbeitsunfall im Jahr 2025. Bei diesem Vorfall brach sie sich einen Rückenwirbel. Die gesundheitlichen Folgen erschwerten die Führung des Betriebs erheblich. Suter gibt an, dass die Buchhaltung danach nicht mehr lückenlos auf dem neuesten Stand gehalten werden konnte, was die finanziellen Probleme verschärfte.
Die Hoffnung auf ein Comeback lebt
Trotz der aussichtslos scheinenden Lage will Karin Suter nicht aufgeben. Sie kämpft aktiv für eine Zukunft des Güggeli-Express. Ihr Ziel ist es, die Marke zu retten und die Grillwagen wieder auf die Strassen zu bringen.
Derzeit sucht sie intensiv nach Investoren, die bereit sind, an das bewährte Konzept zu glauben und frisches Kapital zur Verfügung zu stellen. Auch die Idee eines Crowdfundings steht im Raum, um die nötigen Mittel für einen Neustart zu sammeln. Suter setzt dabei auf die langjährige Bekanntheit und die Beliebtheit der Marke bei der Zürcher Bevölkerung.
Das Geschäftsmodell hat über viele Jahre bewiesen, dass es funktionieren kann. Die grosse Zahl an Standorten und die hohen Umsätze in der Vergangenheit zeigen das Potenzial, das im Güggeli-Express steckt. Ob dieser Wille und die Unterstützung aus der Bevölkerung ausreichen werden, um die finanziellen Hürden zu überwinden, ist derzeit noch offen. Die Zukunft der rollenden Grills bleibt ungewiss, doch die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Kult-Güggeli ist noch nicht erloschen.





