Die Eulach in Winterthur zeigte sich am 26. Januar in einem ungewöhnlichen Blau. Diese auffällige Verfärbung des Flusses gibt den kantonalen Behörden Rätsel auf. Trotz intensiver Untersuchungen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden, wobei natürliche Phänomene als Auslöser ausgeschlossen werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Eulach in Winterthur färbte sich am 26. Januar blau.
- Der Kanton Zürich untersucht die Ursache, konnte sie aber nicht finden.
- Natürliche Gründe wie Gletschermilch oder Baustellen sind ausgeschlossen.
- Die Quelle der Verfärbung liegt wahrscheinlich flussaufwärts.
Unerklärliche Blaufärbung der Eulach
Am 26. Januar erlebten die Bewohner von Winterthur ein ungewöhnliches Schauspiel: Die Eulach, ein zentraler Fluss der Stadt, präsentierte sich in einem auffälligen Blauton. Diese Farbänderung sorgte schnell für Aufsehen und Besorgnis in der Bevölkerung. Für die Untersuchung von Fliessgewässern, die mehrere Gemeinden durchqueren, ist der Kanton Zürich zuständig. Dessen Experten stehen nun vor einem ungelösten Fall.
Die Fachleute der kantonalen Baudirektion haben die Situation genau analysiert. Ihre erste Einschätzung ist eindeutig: Eine natürliche Ursache für die blaue Verfärbung kann ausgeschlossen werden. Dies bestätigte Isabelle Rüegg, Sprecherin der Baudirektion, gegenüber der Presse. Es gibt keine plausiblen natürlichen Erklärungen für das Phänomen unter den gegebenen Umständen.
Faktencheck Eulach
- Die Eulach ist ein rund 20 Kilometer langer Fluss im Kanton Zürich.
- Sie entspringt südöstlich von Winterthur und mündet bei Sennhof in die Töss.
- Der Fluss durchquert die Stadt Winterthur und ist ein wichtiger Bestandteil des Stadtbildes.
Gletschermilch und Baustellen als Ursache widerlegt
Eine häufig genannte Möglichkeit für Flussverfärbungen ist die sogenannte Gletschermilch. Diese entsteht, wenn Gletscher über Gesteinsbrocken gleiten und dabei feine Gesteinspartikel abschleifen, die dem Wasser eine trübe, oft milchige Farbe verleihen. Bei der Eulach ist diese Option jedoch ausgeschlossen. Die Region um Winterthur weist keine Gletscher auf, die eine solche Trübung verursachen könnten. Die Experten haben dies klar verneint.
Auch die Vermutung, dass die Verfärbung von einer Baustelle stammen könnte, wurde widerlegt. Beim Technikum-Gebäude neben der Winterthurer Altstadt läuft derzeit eine Baustelle. Videos von Webcams, die das Geschehen am Fluss überwachen, zeigen jedoch, dass von dieser Baustelle keine Trübung in den Fluss gelangte. Dies bedeutet, dass die Quelle der blauen Farbe weiter flussaufwärts liegen muss. Die Suche nach dem Ursprung konzentriert sich daher auf andere Bereiche oberhalb der Stadt.
"Unsere Fachleute sehen keinen Grund, wieso sich die Eulach unter den gegebenen Umständen so verfärben sollte, und schliessen eine natürliche Ursache daher aus."
Herausforderungen bei der Ursachenforschung
Die Untersuchung der blauen Eulach stellt die kantonalen Behörden vor eine komplexe Aufgabe. Wenn natürliche Ursachen und offensichtliche lokale Quellen wie Baustellen ausgeschlossen sind, wird die Suche nach dem Ursprung deutlich schwieriger. Die Experten müssen nun das Einzugsgebiet des Flusses systematisch überprüfen. Dies beinhaltet die Analyse von Wasserproben und die Suche nach möglichen Einleitungsstellen flussaufwärts.
Die Bevölkerung verfolgt die Entwicklung mit grossem Interesse. Viele Anwohner äusserten ihre Besorgnis über die ungewöhnliche Farbe und die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt. Die Transparenz der Behörden bei der Ursachenforschung ist entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und Spekulationen entgegenzuwirken. Die Ergebnisse der Wasserproben werden mit Spannung erwartet.
Hintergrund: Zuständigkeiten bei Gewässerverschmutzung
In der Schweiz sind die Kantone für die Überwachung und den Schutz der Fliessgewässer zuständig, insbesondere wenn diese mehrere Gemeinden durchqueren. Bei einer Verunreinigung oder ungewöhnlichen Veränderungen werden umgehend Untersuchungen eingeleitet, um die Quelle zu finden und Massnahmen zu ergreifen. Dies dient dem Schutz der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit.
Mögliche Szenarien und weitere Schritte
Ohne eine natürliche Erklärung bleiben verschiedene Szenarien offen. Eine Möglichkeit wäre eine unbeabsichtigte Einleitung von Farbstoffen oder Chemikalien in den Fluss. Dies könnte durch industrielle Prozesse, undichte Abwassersysteme oder sogar durch private Aktivitäten geschehen sein. Eine weitere, wenn auch weniger wahrscheinliche, Möglichkeit wäre eine mutwillige Verunreinigung. Solche Fälle sind selten, aber nicht ausgeschlossen.
Die nächsten Schritte umfassen die detaillierte Analyse der entnommenen Wasserproben. Chemische Tests können Aufschluss darüber geben, welche Substanzen die Verfärbung verursacht haben. Gleichzeitig werden die Behörden das gesamte Einzugsgebiet der Eulach oberhalb der festgestellten Verfärbung genau unter die Lupe nehmen. Dies beinhaltet Begehungen entlang des Flusses und die Überprüfung von möglichen Einleitungsstellen oder Abflüssen.
Die Zeit drängt, da die genaue Zusammensetzung des Farbstoffs auch Aufschluss über mögliche Umweltschäden geben kann. Die schnelle Ermittlung der Ursache ist entscheidend, um weitere Verunreinigungen zu verhindern und gegebenenfalls Sanierungsmassnahmen einzuleiten. Die Winterthurer Zeitung wird weiterhin über die Fortschritte dieser mysteriösen Flussverfärbung berichten.





