Die Stadt Winterthur führt am Kreisel Ohrbühl ein schweizweit einzigartiges Entwässerungssystem ein. Dieses Pilotprojekt zielt darauf ab, Regenwasser effektiv zu reinigen und die Umwelt vor Schadstoffen zu schützen. Die neue Methode kombiniert natürliche Versickerungsflächen mit künstlichen Filtern und soll Erkenntnisse für zukünftige Anwendungen in anderen Städten liefern.
Wichtige Erkenntnisse
- Neues Entwässerungssystem am Kreisel Ohrbühl in Winterthur.
- Kombination aus natürlichen und künstlichen Reinigungsmethoden.
- Pilotprojekt mit schweizweiter Einzigartigkeit.
- Forschungsprojekt zur Reduzierung von Schwermetallen und Reifenabrieb.
- Gesamtkosten von rund 360.000 Franken.
Herausforderung durch steigendes Verkehrsaufkommen
Das Industriegebiet Ohrbühl in Winterthur verzeichnete in den letzten Jahren einen erheblichen Anstieg des Verkehrs. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Umwelt. Insbesondere gelangen durch Regenwasser Schwermetalle und Partikel aus dem Reifenabrieb in die umliegenden Gewässer. Das Tiefbauamt der Stadt Winterthur hat daher die Notwendigkeit eines Umbaus des bestehenden Entwässerungssystems erkannt.
Bisherige Systeme leiteten das Abwasser aus Gebäuden in die Kläranlage, während das Regenwasser direkt in nahegelegene Gewässer floss. Diese Praxis führte dazu, dass ungefilterte Schadstoffe in die Umwelt gelangten. Das neue System soll diese Problematik beheben und eine nachhaltigere Lösung bieten.
Faktencheck
- Verkehrszunahme: Das Tiefbauamt meldet einen starken Verkehrsanstieg im Industriegebiet Ohrbühl.
- Umweltbelastung: Schwermetalle und Reifenabrieb gelangen über Regenwasser in die Umwelt.
- Bestehende Praxis: Regenwasser floss bisher ungefiltert in Gewässer.
Das innovative "Schwammkreisel"-Konzept
Die Stadt Winterthur setzt am Kreisel Ohrbühl ein neuartiges Entwässerungssystem ein. Dieses Pilotprojekt ist in der Schweiz einzigartig. Es könnte als Modell für andere Städte dienen, die ähnliche Umweltprobleme bewältigen müssen. Der Ansatz basiert auf einer intelligenten Kombination aus natürlichen und technischen Lösungen.
Projektleiter Sascha Stucki betont die Besonderheit des Vorhabens. Das System nutzt Grünflächen, Staudenbeete und spezielle Baumgruben. Dort soll das Regenwasser kontrolliert versickern. Gleichzeitig halten künstliche Filter die schädlichen Stoffe zurück. Dieses Konzept orientiert sich an der Idee der «Schwammstadt». Ziel ist es, möglichst viel Regenwasser vor Ort verdunsten zu lassen. Dies trägt im Sommer zusätzlich zur Kühlung bei.
"Das Spannende daran ist die Kombination von natürlichen und künstlichen Massnahmen", erklärt Projektleiter Sascha Stucki. "Das Wasser soll in Grünflächen, Staudenbeeten und Baumgruben versickern, während die Schadstoffe durch künstliche Filter zurückgehalten werden."
Funktionsweise und Ziele
Das Kernziel des Projekts ist die effektive Reinigung des Regenwassers. Schwermetalle und Partikel aus dem Reifenabrieb sollen aus dem Wasser entfernt werden, bevor es in die Umwelt gelangt. Ein wichtiger Aspekt der Testphase ist die Untersuchung des Wartungsaufwands für die Filter. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie effizient und pflegeleicht das System im Dauerbetrieb ist.
Die Umsetzung des «Schwammkreisel»-Konzepts ist ein wichtiger Schritt für den Umweltschutz in Winterthur. Es zeigt, wie innovative Ansätze zur Bewältigung urbaner Herausforderungen beitragen können. Die gewonnenen Daten werden entscheidend sein, um die Machbarkeit und Skalierbarkeit dieser Technologie zu bewerten.
Unterstützung durch Bund und Kanton
Die Testphase des "Schwammkreisels" ist Teil eines grösseren Forschungsprojekts. Es wird in enger Zusammenarbeit mit der Ostschweizer Fachhochschule durchgeführt. Diese Kooperation unterstreicht den wissenschaftlichen Anspruch des Vorhabens. Auch Bund und Kanton beteiligen sich finanziell an dem Projekt.
Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) leistet einen Beitrag von 95.000 Franken. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützt das Projekt mit 44.000 Franken. Die Gesamtkosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf rund 360.000 Franken. Diese finanzielle Unterstützung zeigt die Relevanz des Projekts für den Umweltschutz auf nationaler und kantonaler Ebene.
Hintergrundinformationen
Die Idee der «Schwammstadt» gewinnt weltweit an Bedeutung. Sie zielt darauf ab, Städte widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen, insbesondere gegen Starkregenereignisse und Hitzewellen. Durch die Speicherung und Verdunstung von Wasser im urbanen Raum können Überflutungen reduziert und das Mikroklima verbessert werden.
Zeitplan und Auswirkungen auf den Verkehr
Der Baubeginn für das neue Entwässerungssystem ist für Montag, den 29. September, vorgesehen. Die Bauarbeiten sind so geplant, dass der Verkehr am Kreisel Ohrbühl nicht umgeleitet werden muss. Dies minimiert die Beeinträchtigungen für Pendler und Anwohner. Das Pilotprojekt ist auf eine Dauer von anderthalb bis zwei Jahren angelegt. In diesem Zeitraum werden wichtige Daten gesammelt und analysiert.
Die Ergebnisse dieser Testphase sind entscheidend für die zukünftige Anwendung des Konzepts. Sie sollen aufzeigen, ob und wie das System in anderen städtischen Gebieten implementiert werden kann. Winterthur leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Infrastrukturlösungen im urbanen Raum.
- Baubeginn: Montag, 29. September.
- Verkehr: Keine Umleitung erforderlich.
- Projektdauer: 1,5 bis 2 Jahre.
- Zweck: Datenerfassung für zukünftige Anwendungen.





