Die Stimmberechtigten in Winterthur müssen bald über die Zukunft des Campingplatzes Schützenweiher entscheiden. Ein Referendum gegen die Pläne des Stadtrats hat die notwendige Anzahl Unterschriften erreicht und zwingt die Stadt zu einer Abstimmung. Das Projekt sieht vor, den in die Jahre gekommenen Platz umfassend zu erneuern und touristisch attraktiver zu gestalten. Dies würde jedoch bedeuten, dass rund 60 Dauercamper ihren Standort verlieren.
Wichtigste Punkte
- Abstimmung über den Neubau des Campingplatzes Schützenweiher
- Referendum gegen die Stadtratspläne erfolgreich
- Geplante Investition der Stadt: 6,9 Millionen Franken
- TCS soll den Betrieb übernehmen und den Platz touristisch neu ausrichten
- Rund 60 Dauercamper müssen den Platz verlassen
Referendum erzwingt Volksabstimmung
Die Stadt Winterthur hat am Freitag bekannt gegeben, dass zwei Referenden gegen die geplanten Kredite für den Campingplatz Schützenweiher zustande gekommen sind. Für beide Vorlagen wurden jeweils über 600 gültige Unterschriften eingereicht. In Winterthur sind für ein Referendum 500 Unterschriften erforderlich. Die beiden Kredite sind eng miteinander verbunden: Der geplante Campingplatzneubau ist an die Verlegung einer Erschliessungsstrasse im Erholungsgebiet gekoppelt.
Diese Entwicklung bedeutet, dass die Bürger von Winterthur direkt über das Millionenprojekt abstimmen werden. Ein genauer Termin für die Abstimmung steht noch nicht fest.
Faktencheck
- Benötigte Unterschriften: 500
- Eingereichte Unterschriften: Über 600 pro Referendum
- Investitionsvolumen: 6,9 Millionen Franken
- Betroffene Dauercamper: Rund 60
Hintergrund des Projekts und Kritik
Der geplante Neubau des Campingplatzes Schützenweiher hat in Winterthur für erhebliche Diskussionen gesorgt. Der Stadtrat möchte den rund 70 Jahre alten Campingplatz modernisieren. Er argumentiert, dass der aktuelle Zustand des Platzes schlecht ist und eine Sanierung dringend notwendig sei. Zudem sei die dauerhafte Nutzung durch Dauermieter in einer Erholungszone rechtlich problematisch und nicht mehr zeitgemäss.
Ein Kernpunkt der Neuausrichtung ist die geplante Übernahme des Betriebs durch den TCS (Touring Club Schweiz). Der TCS soll den Platz für den Tourismus attraktiver machen und neue Zielgruppen ansprechen. Die Stadt Winterthur plant hierfür eine Investition von 6,9 Millionen Franken.
„Der Stadtrat sieht in der Erneuerung eine Chance, das Erholungsgebiet Schützenweiher für alle Winterthurer und Touristen aufzuwerten und gleichzeitig rechtliche Klarheit bei der Nutzung zu schaffen.“
Auswirkungen auf Dauercamper und Besetzer
Die Neugestaltung hätte direkte Konsequenzen für die aktuellen Nutzer des Campingplatzes. Rund 60 Dauercamper, die seit vielen Jahren ihre festen Stellplätze am Schützenweiher haben, müssten den Platz verlassen. Viele von ihnen haben dort ein zweites Zuhause gefunden und sehen die Pläne kritisch.
Auch eine Gruppe von Besetzern, die bisher auf dem Gelände geduldet wurde, müsste weichen. Dies wirft Fragen nach sozialen Aspekten und der zukünftigen Nutzung des Areals auf.
Kontext und Bedeutung
Der Campingplatz Schützenweiher ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Freizeitangebots in Winterthur. Seine Lage in einem Erholungsgebiet macht ihn zu einem beliebten Ziel für Einheimische und Besucher. Die geplante Modernisierung und touristische Neuausrichtung könnte das Potenzial des Standorts heben, birgt aber auch Konflikte mit langjährigen Nutzern und der traditionellen Nutzung des Areals.
Die Abstimmung wird zeigen, wie die Winterthurer Bevölkerung die Balance zwischen Tradition, Tourismusförderung und städtischer Entwicklung bewertet.
Die Argumente des Stadtrats
Der Stadtrat von Winterthur betont die Notwendigkeit der Massnahmen. Der bestehende Campingplatz entspricht laut Verwaltung nicht mehr den heutigen Standards. Eine Modernisierung würde nicht nur die Infrastruktur verbessern, sondern auch die Attraktivität für Kurzzeit-Touristen und Camper erhöhen. Dies könnte dem lokalen Tourismus einen wichtigen Impuls geben.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die rechtliche Situation. Dauermieter in einer als Erholungszone ausgeschiedenen Fläche sind gemäss aktueller Rechtslage eigentlich nicht erlaubt. Die Umgestaltung würde hier eine klare Lösung schaffen und den Platz in Einklang mit den Nutzungsbestimmungen bringen.
Zukünftige Ausrichtung durch den TCS
Die geplante Zusammenarbeit mit dem TCS ist ein strategischer Schritt. Der TCS ist ein erfahrener Betreiber von Campingplätzen und kann durch sein Netzwerk und seine Expertise eine professionelle und touristisch ansprechende Infrastruktur gewährleisten. Dies soll den Schützenweiher zu einem modernen und attraktiven Reiseziel machen, das über die Region hinaus bekannt ist.
Die Neuausrichtung zielt darauf ab, den Platz für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Aufenthaltsqualität für alle Besucher zu steigern.
Nächste Schritte und offene Fragen
Nachdem die Referenden erfolgreich zustande gekommen sind, wird der Stadtrat nun einen Abstimmungstermin festlegen. Die Bürger von Winterthur werden dann entscheiden, ob die Pläne zur Erneuerung des Campingplatzes Schützenweiher und die damit verbundene Strassenverlegung umgesetzt werden sollen.
Die Debatte wird sich voraussichtlich auf die Kosten des Projekts, die Auswirkungen auf die Dauercamper und die langfristige Vision für das Erholungsgebiet konzentrieren. Die Entscheidung wird weitreichende Folgen für die Freizeitgestaltung und den Tourismus in Winterthur haben.





