Der Schweizer Baukonzern Implenia hat gemeinsam mit seinem Partner Marti einen umfangreichen Auftrag für den Ausbau der Bahnlinie zwischen Zürich und Winterthur erhalten. Dieses Grossprojekt, bekannt als «MehrSpur Zürich-Winterthur», zielt darauf ab, einen wesentlichen Kapazitätsengpass im Schweizer Bahnnetz zu beheben.
Das Gesamtvolumen des Auftrags beläuft sich auf knapp 1,7 Milliarden Franken. Allein für Implenia beträgt der Anteil rund 830 Millionen Franken. Die Arbeiten umfassen mehrere Abschnitte und den Bau eines neuen Tunnels.
Wichtige Fakten
- Implenia und Marti erhalten Hauptauftrag für «MehrSpur Zürich-Winterthur».
- Gesamtvolumen des Projekts: knapp 1,7 Milliarden Franken.
- Implenia-Anteil: rund 830 Millionen Franken.
- Kernstück: Bau des 8,3 Kilometer langen Brüttenertunnels.
- Projekt soll Kapazitätsengpass zwischen Zürich und Winterthur beheben.
Ein Grossprojekt für die Schweizer Infrastruktur
Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) von Implenia und Marti sicherte sich fünf von insgesamt sechs Hauptlosen des Projekts «MehrSpur Zürich-Winterthur». Diese Vergabe erfolgte gestaffelt über die letzten Monate. Die beteiligten Unternehmen sind nun für die Realisierung zentraler Bauabschnitte verantwortlich.
Die Bedeutung dieses Projekts für die regionale und nationale Verkehrsinfrastruktur ist gross. Es soll die Zugverbindungen zwischen den beiden wichtigen Schweizer Städten erheblich verbessern und die Pünktlichkeit sowie die Frequenz der Züge steigern.
Zahlen und Fakten
- Gesamtvolumen: Knapp 1,7 Milliarden Franken
- Implenia-Anteil: Rund 830 Millionen Franken
- Anzahl Lose gewonnen: 5 von 6 Hauptlosen
- Geplante Bauzeit: Rund 10 Jahre
Der Brüttenertunnel als Herzstück
Im Zentrum des Projekts steht der Bau des Brüttenertunnels. Dieser Tunnel wird eine Länge von etwa 8,3 Kilometern haben. Er ist entscheidend, um die geplante neue Doppelspurlinie zu realisieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Tunnels ist eine rund 1 Kilometer lange Abzweigung, die eine direkte Anbindung an den Flughafen Zürich ermöglichen wird.
Der Baubeginn für den Tunnelvortrieb ist für das Jahr 2029 angesetzt. Die Gesamtbauzeit für das gesamte Projekt «MehrSpur Zürich-Winterthur» wird voraussichtlich rund zehn Jahre betragen. Dies unterstreicht die Komplexität und den Umfang der anstehenden Arbeiten.
Ausbau weiterer Bahnhöfe
Neben dem Tunnelbau umfasst das Projekt auch den Ausbau mehrerer Bahnhöfe entlang der Strecke. Die Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss werden modernisiert und erweitert. Diese Massnahmen sind notwendig, um die erhöhte Kapazität und die optimierten Abläufe der neuen Bahnlinie zu unterstützen.
Die Modernisierung der Bahnhöfe trägt nicht nur zur Verbesserung der Reiseerfahrung bei, sondern erhöht auch die betriebliche Effizienz des gesamten Streckenabschnitts. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs in der Region.
Hintergrund des Projekts
Das Projekt «MehrSpur Zürich-Winterthur» ist eine gemeinsame Initiative des Bundes und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Es wurde ins Leben gerufen, um den bestehenden Kapazitätsengpass im Bahnnetz zwischen Zürich und Winterthur zu beseitigen. Diese Strecke gehört zu den meistfrequentierten der Schweiz.
Die Zunahme des Pendlerverkehrs und die steigende Nachfrage nach Zugreisen haben diesen Ausbau notwendig gemacht. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit und Attraktivität des Bahnverkehrs langfristig zu sichern.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Bedeutung
Der Grossauftrag an Implenia und Marti hat auch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Er sichert Arbeitsplätze und schafft neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Baubranche und den damit verbundenen Sektoren. Solche Infrastrukturprojekte sind wichtige Konjunkturtreiber.
Die Investition von fast 1,7 Milliarden Franken fliesst direkt in die Schweizer Wirtschaft. Dies zeigt das Engagement des Landes, seine Infrastruktur zukunftssicher zu gestalten und den Bedürfnissen einer wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden.
«Solche Grossprojekte sind nicht nur technische Meisterleistungen, sondern auch entscheidende Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Sie sichern die Mobilität und stärken die Wirtschaft über Jahre hinweg.»
Herausforderungen und Planung
Ein Projekt dieser Grössenordnung bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Dazu gehören komplexe geologische Bedingungen beim Tunnelbau, die Koordination vieler Beteiligter und die Einhaltung strenger Zeitpläne und Budgets. Die Expertise von Implenia und Marti ist hierbei entscheidend.
Die Planungsphase war langwierig und umfassend, um alle technischen und logistischen Aspekte zu berücksichtigen. Die gestaffelte Vergabe der Lose ermöglichte eine flexible und effiziente Projektsteuerung, um die einzelnen Bauabschnitte optimal aufeinander abzustimmen.
Vorteile für Pendler und Umwelt
Der Ausbau der Bahnlinie wird primär den Pendlern zugutekommen. Kürzere Reisezeiten, höhere Taktfrequenzen und eine allgemein verbesserte Zuverlässigkeit der Verbindungen machen den öffentlichen Verkehr attraktiver. Dies kann auch dazu beitragen, den Individualverkehr zu entlasten.
Eine Stärkung des Bahnverkehrs hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt. Weniger Autos auf den Strassen bedeuten geringere Emissionen und eine Reduzierung des CO2-Fussabdrucks. Das Projekt ist somit auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität in der Schweiz.
- Kürzere Reisezeiten: Effizientere Verbindungen zwischen Zürich und Winterthur.
- Höhere Taktfrequenz: Mehr Züge in kürzeren Abständen.
- Entlastung des Strassenverkehrs: Förderung des öffentlichen Verkehrs.
- Umweltschutz: Reduzierung von Emissionen durch Verlagerung auf die Bahn.
Die Realisierung des Projekts «MehrSpur Zürich-Winterthur» ist ein Meilenstein für die Schweizer Bahnlandschaft. Es verspricht eine deutliche Verbesserung der Reisequalität und eine Stärkung der Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte.





