Zwei Männer stehen derzeit vor dem Bezirksgericht Bülach im Kanton Zürich. Sie müssen sich wegen bandenmässigem Raub verantworten. Die Beschuldigten sollen über eine Dating-Plattform homosexuelle Männer getroffen, diese attackiert und ausgeraubt haben. Einer der 29-jährigen Angeklagten hat die Taten vor Gericht zugegeben.
Wichtige Punkte
- Zwei Männer vor Gericht wegen bandenmässigem Raub.
- Opfer waren homosexuelle Männer, die über eine Dating-Plattform kontaktiert wurden.
- Ein 29-jähriger Beschuldigter hat die Taten zugegeben.
- Die Staatsanwaltschaft fordert hohe Freiheitsstrafen und Landesverweisung.
- Die Täter suchten nach „schnellem Geld“ ohne Arbeit.
Geständnis vor Gericht
Am Mittwoch fand vor dem Bezirksgericht Bülach die Verhandlung statt. Der 29-jährige Beschuldigte räumte dabei die Vorwürfe des Raubes ein. Er erklärte, dass er und sein Komplize auf der Suche nach Geld waren. „Wir wollten zu Geld kommen, ohne etwas machen zu müssen“, gab der Mann zu Protokoll.
Der Beschuldigte schilderte, wie er von einem Kollegen von der Dating-Plattform erfuhr. Er erstellte ein Profil und verabredete sich mit homosexuellen Männern, die ihm Geld angeboten hatten. Vor den Treffen traf er sich jeweils mit seinem Komplizen, dessen Befragung noch aussteht, im Wald.
Fakten auf einen Blick
- Alter der Beschuldigten: 29 Jahre und 23 Jahre.
- Tatort: Region Zürich, Treffen im Wald nach Online-Dates.
- Tatvorwürfe: Mehrfacher bandenmässiger Raub, strafbare Vorbereitungshandlung zu Raub.
Brutale Vorgehensweise
Der Komplize habe die verabredeten Männer dann mit einer Waffe bedroht und geschlagen. Der 29-Jährige betonte vor Gericht, dass er mit der Gewalt nicht einverstanden gewesen sei. „Bereits nach dem ersten Date habe ich ihm gesagt, dass ich nicht einverstanden bin, dass er die Männer schlägt und tritt“, sagte der Beschuldigte.
Er zeigte Reue für seine Taten. „Es tut mir leid, was ich gemacht habe. Heute würde ich das nicht mehr tun“, versicherte er dem Gericht. Diese Aussage ist ein zentraler Punkt in der laufenden Verhandlung.
Forderungen der Staatsanwaltschaft
Neben dem 29-Jährigen muss sich auch ein 23-jähriger brasilianischer Staatsbürger vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn eine empfindliche Strafe. Sie beantragt eine Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes und der strafbaren Vorbereitungshandlung zu Raub.
Zusätzlich zur Freiheitsstrafe wird für den 23-Jährigen eine Landesverweisung von 12 Jahren beantragt. Für den 29-jährigen Beschuldigten fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 11,5 Jahren sowie eine Busse von 1000 Franken. Die hohen Forderungen unterstreichen die Schwere der vorgeworfenen Delikte.
Hintergrund zu bandenmässigem Raub
Bandenmässiger Raub gilt als qualifizierter Raubtatbestand im Schweizer Strafrecht. Er liegt vor, wenn eine Tat von mindestens zwei Personen gemeinsam und planmässig ausgeführt wird, um sich oder einem Dritten unrechtmässig zu bereichern. Dies führt in der Regel zu deutlich höheren Strafen als bei einem einfachen Raub.
Das Motiv: Schnelles Geld
Das Hauptmotiv für die Taten war laut Aussage des 29-Jährigen die Beschaffung von Geld. Die Wahl der Dating-Plattform und die gezielte Kontaktaufnahme mit homosexuellen Männern, die bereit waren, Geld anzubieten, deutet auf eine gezielte und perfide Vorgehensweise hin. Die Opfer wurden in eine Falle gelockt, um sie anschliessend auszurauben.
Solche Fälle werfen ein Schlaglicht auf die Gefahren von Online-Dating-Plattformen, insbesondere wenn es um Verabredungen mit Unbekannten geht. Nutzer sollten stets vorsichtig sein und sich der potenziellen Risiken bewusst bleiben.
„Wir wollten zu Geld kommen, ohne etwas machen zu müssen.“
29-jähriger Beschuldigter vor Gericht
Auswirkungen auf die Opfer
Die Opfer dieser Überfälle erlitten nicht nur materielle Verluste, sondern auch körperliche und psychische Traumata durch die erlittene Gewalt. Die Bedrohung mit einer Waffe und die Schläge haben tiefe Spuren hinterlassen. Der Prozess soll nun zur Aufklärung der genauen Umstände beitragen und den Opfern Gerechtigkeit widerfahren lassen.
Die Verhandlung dauert an, und es wird erwartet, dass weitere Details zu den Taten und der Rolle des zweiten Beschuldigten ans Licht kommen. Das Urteil wird mit Spannung erwartet, da es ein wichtiges Signal gegen solche kriminellen Machenschaften setzen soll.
Prävention und Sicherheit beim Online-Dating
- Treffpunkte: Wählen Sie immer öffentliche Orte für das erste Treffen.
- Informieren Sie Freunde: Teilen Sie jemandem mit, wo und wann Sie sich treffen.
- Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl: Bei Zweifeln oder ungutem Gefühl, das Treffen absagen.
- Persönliche Daten schützen: Geben Sie keine sensiblen Informationen zu früh preis.
- Kein Geld anbieten: Seien Sie misstrauisch, wenn Geld im Spiel ist.





