Der Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zoo Zürich ist gestoppt. Diese Entscheidung hat eine politische Debatte ausgelöst und stellt die Zukunft der lokalen Stahlbaufirma Baltensberger AG infrage. Vier Kantonsräte fordern nun dringende Antworten und eine Lösung vom Regierungsrat.
Wichtige Punkte
- Der Zoo Zürich hat die Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma Baltensberger AG beendet.
- Die Pantanal-Voliere ist das grösste Bauprojekt in der Geschichte des Zoos.
- Vier Kantonsräte fordern vom Regierungsrat Aufklärung und Intervention.
- Es gibt Bedenken bezüglich der finanziellen Folgen für den Zoo und die Firma Baltensberger.
- Der Regierungsrat soll vermitteln, um einen Wirtschaftsskandal zu verhindern.
Ein Grossprojekt vor dem Aus
Die Pantanal-Voliere ist ein ambitioniertes Vorhaben. Sie soll eine bis zu 35 Meter hohe Stahlkonstruktion umfassen, mit bis zu 124 Meter langen Stahlbögen. Dieses Bauprojekt ist das grösste und längste in der Geschichte des Zoo Zürich. Experten betonen, dass nur wenige Spezialisten eine solche Konstruktion realisieren können.
Die Beendigung der Zusammenarbeit mit der Baltensberger AG aus Höri hat das Projekt abrupt gestoppt. Dies wirft Fragen auf, nicht nur zur Fertigstellung der Voliere, sondern auch zur wirtschaftlichen Situation der betroffenen Firma.
Faktencheck
- Projektumfang: Pantanal-Voliere mit bis zu 35 Meter hohen und 124 Meter langen Stahlbögen.
- Bedeutung: Grösstes Bauprojekt in der Geschichte des Zoo Zürich.
- Aktueller Stand: Baustopp nach Beendigung der Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma.
Politische Forderungen nach Aufklärung
Vier Kantonsräte haben eine Anfrage an den Regierungsrat gestellt. Es handelt sich um Andreas Keiser (SVP, Glattfelden), Hans Egli (EDU, Steinmaur), Romaine Roggenmoser (SVP, Bülach) und Christoph Marty (SVP, Zürich). Ihre Motivation ist klar: Der Kanton Zürich hält 8'750 Aktien am Zoo Zürich und trägt damit eine Mitverantwortung.
Die Politiker wollen wissen, ob der Regierungsrat über den Austritt von Verwaltungsratsmitglied Martin Farner informiert war. Farner war explizit für Baufragen zuständig und wurde bisher nicht ersetzt. Dies ist ein zentraler Punkt der Kritik.
«Wir fordern Transparenz und eine rasche Lösung für dieses Debakel. Der Kanton trägt eine Verantwortung, nicht nur für den Zoo, sondern auch für die betroffene lokale Firma.»
Ein Sprecher der anfragenden Kantonsräte
Finanzielle Folgen und die Rolle des Kantons
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die möglichen finanziellen Auswirkungen des Baukonflikts. Die Kantonsräte möchten wissen, wie der Regierungsrat sicherstellt, dass der Zoo Zürich wegen dieses Vorfalls keine zusätzlichen oder ausserordentlichen Betriebs- und Innovationsbeiträge beantragen wird. Dies unterstreicht die Sorge um die Steuergelder und die finanzielle Stabilität des Zoos.
Hintergrundinformationen
Der Zoo Zürich ist eine Aktiengesellschaft, an der der Kanton Zürich beteiligt ist. Dies begründet die politische Zuständigkeit und das Interesse des Kantons an den Vorgängen im Zoo. Grosse Bauprojekte erfordern oft spezialisierte Firmen, was die Suche nach einem neuen Partner erschwert.
Die Situation der Baltensberger AG
Die Baltensberger AG aus Höri ist direkt von der Projektbeendigung betroffen. Bisher wurde noch kein neuer Umsetzungspartner für die Pantanal-Voliere gefunden. Dies lässt die Zukunft der Firma ungewiss erscheinen.
Die Politiker drängen auf eine Lösung im Interesse der Baltensberger AG. Sie fordern, dass der Regierungsrat seine Möglichkeiten nutzt, damit die Firma die Stahlbaukonstruktion möglicherweise doch noch fertigstellen kann. Alternativ sollen die bereits produzierten Bogenträger gegen eine angemessene Entschädigung weiterverwendet werden können. Dies soll das wirtschaftliche Überleben der Baltensberger AG sichern.
Wirtschaftliche Auswirkungen für die Region
Der Konflikt hat das Potenzial, sich zu einem ernsthaften Wirtschaftsskandal zu entwickeln, wenn keine schnelle Lösung gefunden wird. Eine lokale Firma wie Baltensberger AG ist ein wichtiger Arbeitgeber und Teil der regionalen Wirtschaftsstruktur. Ihr Fortbestand ist für die Gemeinde Höri und das Züriunterland von Bedeutung.
Der Regierungsrat ist nun gefordert, zwischen dem halbstaatlichen Zoo und der lokalen Firma zu vermitteln. Eine schnelle und faire Lösung ist notwendig, um grösseren Schaden abzuwenden und das Vertrauen in die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen zu wahren.
Ausblick und nächste Schritte
Die Regierung wird nun die Anfrage der Kantonsräte prüfen und Stellung nehmen müssen. Die Öffentlichkeit erwartet klare Antworten und konkrete Massnahmen, um das Bauprojekt wieder in Gang zu bringen und die wirtschaftlichen Folgen für die betroffene Firma abzufedern.
Es bleibt abzuwarten, wie schnell der Regierungsrat eine tragfähige Lösung präsentieren kann. Die Situation zeigt die Komplexität grosser Bauvorhaben und die Verflechtung von Wirtschaft und Politik im Kanton Zürich.





