Die Land- und Ernährungswirtschaft steht vor einem grundlegenden Wandel. Autonome Drohnen, die Felder überwachen, und Roboter, die Unkraut mit heissem Wasser bekämpfen, sind keine Science-Fiction mehr. Diese Technologien werden Teil des Smart Farming, einer Bewegung, die Produzenten entlasten und gleichzeitig Umwelt sowie Ressourcen schonen will. Im Thurgau findet dazu ein wichtiges Innovationsforum statt, das die Weichen für die Zukunft stellt.
Wichtige Erkenntnisse
- Smart Farming setzt auf autonome Technologien zur Effizienzsteigerung.
- Das 6. Innovationsforum Ernährungswirtschaft findet am 27. November 2025 in Tänikon statt.
- Experten diskutieren über Netto-Null-Strategien, Klimapunkte-Systeme und Lebensmittelüberschüsse.
- Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum aus Forschung, Industrie und Landwirtschaft.
Technologische Revolution auf dem Feld
Die Digitalisierung erreicht nun auch die Landwirtschaft. Moderne Betriebe nutzen intelligente Systeme, um Prozesse zu optimieren. Das reicht von präziser Bewässerung bis zur gezielten Schädlingsbekämpfung. Das Ziel ist klar: Mit weniger Aufwand mehr erreichen und dabei die Natur schützen.
Das ISF Institut für Intelligente Systeme und Smart Farming arbeitet eng mit Partnern wie Agroscope, der Swiss Future Farm und dem Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft zusammen. Gemeinsam zeigen sie auf, wie diese Vision Realität werden kann. Der Kanton Thurgau unterstützt diese Initiativen aktiv, um die regionale Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen.
Faktencheck
- Drohnen: Scannen Felder und liefern Daten für präzise Bewirtschaftung.
- Roboter: Bekämpfen Unkraut punktgenau, oft ohne chemische Mittel.
- Vernetzte Maschinen: Kommunizieren miteinander, um Arbeitsabläufe zu koordinieren und zu optimieren.
Das 6. Innovationsforum Ernährungswirtschaft in Tänikon
Am Donnerstag, den 27. November 2025, versammeln sich Experten und Interessierte auf der Swiss Future Farm in Tänikon. Das 6. Innovationsforum Ernährungswirtschaft bietet eine Plattform für den Austausch über die neuesten Entwicklungen im Smart Farming.
Von 9 bis 17 Uhr erwarten die Besucher spannende Podiumsdiskussionen, Live-Demos und Impulsvorträge. Diese Veranstaltung ist eine Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie die Zukunft der Nahrungsmittelproduktion aussehen wird und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind.
„Die Landwirtschaft von morgen wird massgeblich von intelligenten Systemen geprägt sein. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um Nachhaltigkeit und Effizienz zu vereinen.“
Experten diskutieren über Netto-Null und Ressourcenschonung
Ein Höhepunkt des Forums sind die Beiträge namhafter Referenten. Daniel Imhof, Head of Agricultural Affairs von Nestlé Schweiz, wird Einblicke in die Strategien seines Unternehmens geben. Er zeigt auf, wie Nestlé gemeinsam mit der Landwirtschaft den Weg zu Netto-Null-Emissionen beschreitet.
Christophe Eggenschwiler, Geschäftsführer von IP Suisse, teilt praktische Erfahrungen mit dem Klimapunkte-System. Dieses innovative System bewertet und belohnt umweltfreundliche Praktiken in der Landwirtschaft, was einen wichtigen Anreiz für nachhaltiges Handeln schafft.
Hintergrund: Klimapunkte-System
Das Klimapunkte-System ist ein Ansatz, der Landwirte für Massnahmen belohnt, die den Klimaschutz fördern. Dazu gehören beispielsweise der Anbau von Zwischenfrüchten, der Verzicht auf bestimmte Pestizide oder die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Diese Punkte können monetär vergütet werden oder andere Vorteile bieten.
Lösungen für Lebensmittelüberschüsse
Ein weiteres drängendes Thema ist die Verschwendung von Lebensmitteln. Olivia Menzi, Geschäftsführerin von Circunis, wird eine innovative Lösung präsentieren. Sie spricht darüber, wie ein Marktplatz für Lebensmittelüberschüsse ein fast unlösbares Problem angeht. Solche Plattformen verbinden Anbieter von überschüssigen Lebensmitteln mit Abnehmern und reduzieren so die Verschwendung erheblich.
Statistiken zeigen, dass ein erheblicher Teil der produzierten Lebensmittel ungenutzt bleibt. Initiativen wie die von Circunis sind entscheidend, um hier entgegenzuwirken und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Dies schont nicht nur Ressourcen, sondern hat auch positive wirtschaftliche Effekte.
- Nestlé Schweiz: Ziel ist die Reduktion von Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette.
- IP Suisse: Fördert umweltfreundliche Landwirtschaft durch Anreizsysteme.
- Circunis: Entwickelt digitale Lösungen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
Ein Forum für alle Akteure
Das Innovationsforum richtet sich an eine breite Zielgruppe. Vertreter aus Forschung, Industrie, Gewerbe und Dienstleistung sind ebenso willkommen wie Landwirte, Politiker und Verwaltungsangestellte. Auch alle anderen, die sich für die Land- und Ernährungswirtschaft interessieren, finden hier wertvolle Informationen und Networking-Möglichkeiten.
Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich über die neuesten Trends zu informieren und mit den führenden Köpfen der Branche ins Gespräch zu kommen. Der Austausch zwischen verschiedenen Sektoren ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung von Smart Farming und nachhaltigen Ernährungssystemen in der Schweiz.
Die Anmeldung und weitere Informationen sind über die Website ost.ch/de/forschung-und-dienstleistungen verfügbar. Es ist eine Chance, die Zukunft der Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten und neue Impulse für den eigenen Bereich zu gewinnen.
Wichtige Termine 2025
- 21. November: WPO-Unternehmeranlass
- 14. November: Wirtschaftsforum Thurgau
- 13. November: Continuum-Forum
- 13. November: Startfeld Investors Day
- 30. Oktober: WTT Young Leader Award
Der Thurgau positioniert sich mit solchen Veranstaltungen als wichtiger Innovationsstandort für die Agrar- und Ernährungstechnologie. Die Kombination aus Forschung, Praxis und Politik schafft ein fruchtbares Umfeld für nachhaltige Entwicklungen, die weit über die Kantonsgrenzen hinaus wirken.





