Die Stadt Frauenfeld steht vor einer bedeutenden Infrastruktur-Entscheidung: Das stark sanierungsbedürftige Stadtbusdepot und der Werkhof an der Gaswerkstrasse sollen an einen neuen Standort an der Grosse-Allmend-Strasse verlegt werden. Dieses Vorhaben, das eine Investition von 11 Millionen Franken erfordert, zielt darauf ab, die Innenstadt zu entlasten, moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen und zukünftige Entwicklungen wie die Elektrifizierung der Busflotte zu ermöglichen.
Wichtige Punkte
- Der Werkhof und das Busdepot werden von der Gaswerkstrasse an die Grosse-Allmend-Strasse verlegt.
- Ein Kredit von 11 Millionen Franken für Landkauf und Planung steht zur Abstimmung.
- Der Neubau schafft Platz für Wohnraum in der Innenstadt und verbessert die Infrastruktur.
- Die Fertigstellung des neuen Standorts ist für das Jahr 2031 geplant.
Ein Umzug als zukunftsweisende Lösung
Der aktuelle Standort an der Gaswerkstrasse ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Die Gebäude sind zwischen 50 und 60 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Eine umfassende Sanierung würde laut Robert Scherzinger, Leiter Amt für Hochbau und Stadtplanung, zwischen 15 und 20 Millionen Franken kosten. Selbst danach bliebe das Platzproblem ungelöst.
Stadträtin Andrea Hofmann Kolb betonte die Notwendigkeit einer Verlagerung: «Wir planen eine Aussiedlung von Werkhof und Stadtbusdepot. Als neuer Standort ist das Areal Grosse-Allmend-Strasse vorgesehen.» Diese neue Strasse soll parallel zur Waffenplatzstrasse verlaufen und eine effiziente Anbindung gewährleisten.
Fakten zum Projekt
- Gebäudealter: 50-60 Jahre am aktuellen Standort
- Kosten Sanierung: 15-20 Millionen Franken (ohne Lösung des Platzproblems)
- Kreditbedarf Neubau: 11 Millionen Franken
- Geplante Fertigstellung: 2031
Vorteile für Anwohner und Mitarbeiter
Der derzeitige Standort des Werkhofs und Busdepots liegt mitten in einem Wohnquartier. Dies führt zu Lärmbelästigungen für die Anwohner, besonders in den frühen Morgenstunden. Sascha Bundi, Leiter Amt für Tiefbau und Verkehr, erklärte: «Schon früh morgens startet der Betrieb und sorgt für Lärm. Das ist auch für die Anwohner lästig.»
Ein Neubau würde nicht nur die Anwohner entlasten, sondern auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter erheblich verbessern. Bundi hob hervor, dass die aktuelle Infrastruktur nicht mehr zeitgemäss sei. «Wir haben keine geschlechtergetrennten Garderoben, auch die Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäss.» Ein moderner Neubau ermöglicht eine effiziente Infrastruktur und löst diese Probleme. Er bremst zudem die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte nicht aus, ein wichtiger Schritt für die Zukunft.
«Eine Sanierung ist weder nachhaltig noch zukunftsorientiert», sagte Robert Scherzinger, Leiter Amt für Hochbau und Stadtplanung.
Strategische Standortwahl und Finanzierung
Die Standortwahl an der Grosse-Allmend-Strasse erfolgte nach einer mehrjährigen Prüfung. Das Areal bietet ausreichend Fläche für Werkhof und Busdepot. Es besteht sogar die Möglichkeit, in Zukunft die Feuerwehr und Thurplus dort anzusiedeln. Die neue Erschliessungsstrasse ist notwendig, um eine klare Abgrenzung zwischen Armee und Stadt zu schaffen, da das Gelände an den Waffenplatz grenzt. Die Stadt befindet sich hierzu im Austausch mit der Armee und dem Pferdesportverein.
Stadtpräsident Claudio Bernold betonte die wirtschaftlichen Vorteile des neuen Standorts: «Der Landwert an diesem Standort ist günstiger als an den anderen geprüften. Ohne den Landkauf ist eine Erschliessung nicht möglich.» Der benötigte Kredit von 11 Millionen Franken umfasst 8,3 Millionen Franken für den Landkauf von zwei Parzellen und 2,7 Millionen Franken für den Planungs- und Projektierungskredit für Werkhof, Busdepot und die neue Strasse.
Hintergrund der Entscheidung
Die Stadt Frauenfeld hatte die Liegenschaft an der Gaswerkstrasse vor rund 35 Jahren von der Firma Hugelshofer übernommen. Seitdem hat sich der Bedarf der Stadtverwaltung und die Anforderungen an eine moderne Infrastruktur stark gewandelt. Die jetzige Situation gilt als nicht mehr tragfähig, weshalb ein Neubau als die nachhaltigste und zukunftsorientierteste Lösung angesehen wird.
Finanzielle Tragbarkeit und städtebaulicher Mehrwert
Die Finanzierung des Projekts ist solide geplant. Eine Vorfinanzierung aus Neubewertungsreserven in Höhe von 14 Millionen Franken ist bereits vorhanden. Zudem wird die Stadt Einnahmen aus dem Verkauf von städtischen Landreserven generieren. Laut Claudio Bernold hat das Projekt aktuell keinen Einfluss auf den Steuerfuss und die Kosten sind für die Stadt tragbar.
Der Baukredit für das eigentliche Projekt wird nach einem Architekturwettbewerb und der Projektierung im Jahr 2028 erfolgen. Der Bezug des neuen Standorts ist für 2031 vorgesehen. Der Stadtpräsident hob hervor: «Es ist wichtig, dass wir jetzt handeln. Wenn wir länger warten, wird das Projekt auf Dauer noch teurer.»
Neuer Raum für die Innenstadt
Die Aussiedlung schafft auch Mehrwerte für die Innenstadt Frauenfelds. Das frei werdende Areal an der Gaswerkstrasse bietet Platz für neuen Wohnraum und Mischnutzung. Bereits läuft eine Machbarkeitsstudie für diesen Standort. «Mit einer Aussiedlung generieren wir Mehrwerte für die Stadt Frauenfeld. So wird das Wohnquartier entlastet, das aktuelle Werkhof- und Busdepot-Areal bietet Platz für etwa neuen Wohnraum und Mischnutzung», sagte der Stadtpräsident. Die Stadt investiert mit diesem Projekt in die Zukunft und steigert die Qualität der Innenstadt.
- Entlastung des Wohnquartiers durch Lärmreduktion.
- Schaffung von neuem Wohnraum und Mischnutzung in der Innenstadt.
- Moderne und effiziente Infrastruktur für den Werkhof und das Busdepot.
- Zukunftssicherung für die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte.





